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E.C. Segar
Erschienen
Popeye
01/2008
marebuchverlag, Hamburg
448 Seiten / € 29,90
Seebären haben einen rüpelhaften Charakter, Tätowierungen und eine seltsame Sprache. Da würden sich Matrosen und Kapitäne zur See sicherlich beschweren, aber für die Landratten stimmt dieses Vorurteil. Einer der bekanntesten Vertreter der Arbeiter der sieben Meere ist sicherlich Popeye. Der Mann mag Spinat und Olivia Öl.

Popeye ist einer der dienstältesten Comic-Ikonen. Nicht mehr Top-Aktuell wie Superman, aber er kommt immer wieder ins Licht der Öffentlichkeit. Sicherlich auch wegen der vielen Trickfilme, die zeigen aber einen anderen Popeye als ihn der Schöpfer Segar im Jahr 1929 als Nebenfigur seiner Serie Thimble Theatre sich ausgedacht hatte.

Im ganz schön dicken Band im Querformat mit dem passenden Titel „Popeye“ zeigt der mare Verlag den ursprünglichen Popeye. Es ist faszinierend, wie trocken und abgedreht der Zeitungscomic war. Um diesem Grundgedanken immer neue Nahrung zu geben, führt der Autor und Zeichner immer wieder neue Figuren ein. Dabei geht natürlich so was wie eine stringente Erzählung verloren, aber ein Zeitungsstrip lebt von Zeile zu Zeile. Das macht es auch immer etwas schwierig, die einzelnen Strips am Stück zu lesen. Die moderneren Comics von Bud Sagendorf sind da leichter zu lesen, aber hat man sich erst einmal in den Humor Segars eingelesen, möchte man ihn nicht mehr missen.

„Ich hab es satt, die Moneten zu schleppen“ muss 1929 im von der Wirtschaftskrise geschüttelten Amerika schon zynisch geklungen haben. Aber auch an die typische Dreiecksbeziehung wagt sich Segar: Kastor liebt Fanny aber die liebt Popeye und der leibt wohl am meisten seine Ruhe. Das war dann wohl eher eine Vierecksgeschichte.

mare liebt das Meer, und deswegen ist Popeye als Seeman bei denen gut aufgehoben. Nicht das Ehapa oder die anderen Popeye verlegenden Häuser es in der Vergangenheit schlecht gemacht hätten, aber alleine der niedrige Preis des vorliegenden Prachtbandes leist sich wie Seemansgarn: gerade mal sechs Packungen Zigaretten für knapp 450 Seiten Comic und Hintergrundinfos – das ist besser als jedes Nikotinpflaster.


Popeye gehört in jede gut sortierte Comicsammlung und dieser Band versteht es vortrefflich , dieser Pflicht des Freundes der neunten Kunst würdig nachzukommen.