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Tobi Dahmen
Erschienen
Sperrbezirk – Autobiographische Comics
01/2008
Schwarzer Turm, Hünfeld
52 Seiten / € 5,00
Autobiographische Comics von Kommunikationsstudenten vermehren sich von selbst, sollte man da nicht irgendwann mal laut sagen dürfen, dass man langsam genug gesehen hat? So könnte man das sehen, wenn alle Geschichten über das eigene Leben gleich wären. Das xte Mal das erste Yps, der erste Kuss und das erste gebrochene Herz wird irgend wann mal langweilig, aber solange unterschiedliche Menschen von ihrem einzigartigen Leben erzählen, darf es ruhig so weitergehen.

Tobi Dahmen hat seinen Weg durch die bekannten und empfehlenswerten neuen Comicmagazine wie Herrensahne und Panik Elektro gezeichnet und auch gesammelt wirken seine kurzen Episoden wie ein Gespräch mit einem neuen Bekannten, mit dem man Jugenderinnerungen austauscht. Ska-Musik, Mädchen die man beeindruckt, die dann aber andere küssen und eine feuchte Hand am elektrischen Kuhzaun - er hat einiges Bekanntes zu erzählen.

Dahmen beansprucht wie viele seiner Kollegen nicht, literarisch wertvoll zu sein oder ein wichtiges, zeitpolitisches Statement abzugeben, er berichtet so wie die meisten anderen Zeichner von sich – fertig. Das macht er launisch und als Leser möchte man am liebsten den eigenen Senf dazu geben.

So leicht wie das jetzt klingt beginnt der Comic aber nicht. „Der Mensch strebt danach, Spuren zu hinterlassen, aber es fällt schon schwer, den Leuten selbst zu überlassen, welche Spuren man bei ihnen hinterlässt“ – da muss man erst mal eine Zeit lang nachdenken.

„Sperrbezirk“ ist kurzweilig, weil Dahmen auch mit Formaten spielt. Mal im Querformat, mal länger und dann wieder in nur einem Panel erzählt er seine Geschichten. Keine Suche nach den Grenzen des Mediums wie bei Dirk Schwieger, aber trotzdem sorgt die Abwechslung für Kurzweiligkeit. Dazu kommt noch der angenehme Preis von fünf Euro für den kartonierten Band.

Wenn man den Autor und Zeichner dann demnächst mal live auf einem der Comicveranstaltungen trifft, sollte der sich nicht wundern, wenn seine Leser ihre Erinnerungen erzählen. Aber damit muss man leben, wenn man so sympatisch von sich so öffentlich erzählt.


Sehr angenehme Episoden aus dem Leben eines Menschen mit einem Flash-T-Shirt.