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Brubaker / Ellis / Jenkis / Bendis u.v.m.
Erschienen
Marvel Exclusiv 70 – Der Tod eines Traums
02/2008
Panini Verlags GmbH, Nettetal
132 Seiten / € 14,95
Der Civil War ist vorbei, die totalitären Helden haben gewonnen, aber diese Geschichte ist noch lange nicht zu Ende erzählt.

Captain America hat aufgegeben, nun wird ihm der Prozess gemacht. Wie alle Gewinner versucht Iron Man durch einen „unparteiischen“ Richterspruch seine nicht immer humanen Methoden nachträglich zu legitimieren. Aber die Demontage des amerikanischenTraums ist nicht leicht, und so wird Cap Opfer eines Attentats. Aber wer feuerte die Kugel auf den ehemaligen Anführer der freien Helden ab? Die Wahrheit ist schockierend!

So dramatisch wie diese kurze Zusammenfassung klingt, so bedeutend liest sich die Autorenliste dieses Bandes. Aber ein Marvel-Comic ist immer ein Marvel-Comic und gerade bei so bedeutungsschwangeren Themen wie dem Abtritt Captain Americas kann ein Autor schreiben was er will, Marvel wird es schwülstig machen – Schade.

Paul Jenkis macht mit seiner Geschichte um zwei Reporter, die Tony Stark in die Ecke treiben seinen Part am besten. Dafür sind die Zeichnungen von Ramon Bachs einfach schlecht.

Ed Brubaker merkt man seine vielen Auszeichnungen nicht an. Das Attentat auf Cap ist voller Action erzählt und natürlich rettet unser Held einem ihn zum Gericht bringenden Wachmann auch als Gefangener noch das Leben. Das ist zu platt und vorhersehbar. Zudem bringt dieses Kapitel auch noch eine schwache Übersetzung. „Registration – It's The Law“ wurde zu „Registrierung – es ist ein Gesetz!“ ist deutlich schwächer in der Aussage als „Registrierung – es ist DAS Gesetz!“. Das scheint eine Kritik an einer Kleinigkeit zu sein, aber um genau diesen Unterschied geht es in der ganzen Storyline.

Das grafische Highlight sind Silvestris 32 Seiten. Sein Spiderwoman quetscht zwar ihre Titten etwas zu spektakulär in ihr Kostüm und Miss Marvel recht ihr knackiges Hinterteil zu plakativ ins Bild, aber dafür erleben wir die Origin von Omega Flight und die neuen Thunderbolts haben einen Auftritt. Ebenfalls grafisch kann der vorletzte Teil des Bandes überzeugen. Fühlt Tony Stark Reue? Diese Frage wird durch grobe und dreckige Bilder so richtig düster erörtert. Die letzte Seiten des Trades darf man ruhig komplett ignorieren.

Eine für das Marvel-Universum wichtige Nummer mit tollen Autoren aber auch teilweise richtig schlechten Zeichnungen. Leider können die hochgelobten Autoren hier ihr Können nicht zeigen. Störend sind die vielen Lückenfüllerseiten. Hausinterne Werbung wäre besser gewesen als das immer gleiche Bild von Captain America.


Durchwachsener Wendepunkt des Civil War bzw. der erste Akte der Geschichte des Marvel-Universums nach einem der größten Cross-Overs in der Comic-Geschichte.