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Erschienen
Fix und Foxi Macher in Heidelberg
04/2008
Die Fix und Foxi Macher in Heidelberg beim diesjährigen Treffen des Fix und Foxi Fanclubs

1953 schuf Rolf Kauka mit den beiden Füchsen Fix und Foxi einen Comic aus deutschen Landen als Antwort auf die aus Amerika kommende Micky Maus. 55 Jahre später trafen sich die heute für das Magazin Verantwortlich in Heidelberg und ließen am vergangenen Sonntag in der GriechischenTaverne keinen Zweifel daran aufkommen, das Comic-Macher mit einer großen Portion Humor ausgestattet sind.

Die Maus aus den USA ist sicherlich berühmter als die beiden kleinen Füchse, aber für die heute 40 bis 70-Jährigen sind Fix und Foxi mindestens genauso wichtig. So ist es kein Wunder, das Macher und Clubmitglieder eher aus dieser Generation stammen, als aus der eigentlichen Zielgruppe des Comic-Magazins.

Da ist zum Beispiel der 33-jährige Matthias Meckel. Zum Fix & Foxi Club kam er über die Internetseite 'Kaukapedia', die er 2006 startete. Als eines der ersten Clubmitglieder liest er natürlich jedes Fix und Foxi Heft, was für ihn allerdings nicht ganz leicht ist, denn er arbeitet als EDV-Lehrer in England. Damit ihm keine Ausgaben entgehen, kauft ihm seine Mutter regelmäßig das Magazin.

Jüngster in der Runde war Markus Jakovac, der den Club leitet und das Treffen organisiert hatte. Er ist das wandelnde Fix und Foxi Lexikon. Wenn im Magazin eine Geschichte zu einem bestimmten Thema gebraucht wird, dann weiß Markus in welchem Fix und Foxi-Heft so ein Comic zu finden ist. Und sollte es keine Druckvorlagen mehr geben – kein Problem, denn Markus hat mit Sicherheit ein sehr gut erhaltenes Heft in seiner Sammlung.

Deutlich älter sind die Macher, wobei auch die sich ein jugendliches Gemüt bewahrt haben. Autor Jürgen Seitz wurde übrigens auch durch seine Mutter zum Füchse-Fan „Auch wenn wir nicht viel Geld hatten, Mutter versorgte mich immer mit Fix und Foxi und dem Abenteuercomic Akim und bereitete so meine berufliche Zukunft vor“. Auch ermusste wie jeder an diesem Abend einen Comic zeichnen. „So habe ich schon mit 10 Jahren Comics gezeichnet“ entschuldigte er sein Bild, was Zeichner Giuseppe de Facendis mit einem „darum wurde er Autor“ kommentierte. Dass die Beiden wie die Zahnräder einer guten Uhr zusammenpassen, liegt vielleicht an der langen Zusammenarbeit der mittlerweile zu Freunden gewordenen Kollegen. „Wir trafen uns das erste Mal, als Giuseppe mich zum Grillen einlud,“ erinnert sich Jürgen Seitz. „Ich war beeindruckt von der Menge an Steaks, Hähnchenkeulen, Würstchen und Fisch und fragte ironisch, was die Anderen denn essen würden“ – „Zuerst isst du das alles hier und dann gibt es gefüllten Autor“ konterte der Zeichner.

Das sich der italienische und der deutsche Comic-Markt schon immer unterschieden, erfuhr Guiseppe sehr früh. Die Liebe verschlug ihn ins Land der Teutonen, aber das sah er ganz gelassen. Als ein sehr bekannter Zeichner/Autor in Italien war er sich sicher, wer im Comic-Geschäft arbeitet bekommt überall in der Welt gutes Geld für gute Arbeit. Mittlerweile ist er glücklich, eine erfolgreiche Frau geheiratet zu haben.

Mit am Tisch saß auch der Geschäftsführer von Kauka Promedia und somit Hauptverantwortliche für das Comic-Magazin Michael Semrad. Da wurden Konzepte für das nächste Jubiläumsheft ent- und verworfen, und weil dem Leser natürlich nichts von der Spannung genommen werden sollte, war Herrn Semrads Lieblingssatz des Abends: „das ist übrigens nicht für die Presse“. Aber der Fan hatte seine helle Freude an so viel Insider-Infos.

Und es gab viel zu hören und zu sehen: die neuen Fix und Foxi Plüschfiguren durfte man begutachten, die nächste Geschichte vorab bestaunen, Zukunftspläne belauschen und die Macher mal ganz nah erleben. Das machte richtig Lust auf die neuen Abenteuer von Fix und Foxi. Die kann man übrigens an den Hosen und der Frisur unterscheiden: Fix hat eine Tolle und die gelbe Hose, in der blauen Hose steckt Foxi mit den glatten Haaren. So hat man beim Jahrestreffen des Fix und Foxi Fanclubs nicht nur viel gelacht sonder auch was fürs Leben gelernt.

Das nächste Treffen das Clubs wird wohl in Hamburg stattfinden, aber hoffentlich kehrt der Club wenigstens zum übernächsten Treffen wieder nach Heidelberg zurück. Bis dahin können wir Michaels, Jürgens und Giuseppes Ideen im Fix und Foxi Heft finden – aber in Fleisch und Blut machen Comics doch mehr Spaß.


Nette Künstler ganz persönlich erleben macht eigentlich immer Spaß - vielen Dank für den netten Abend.