2017
 
 
 

Rezensionen

Editorial
Gästebuch
Archiv
Links
Kontakt

Suchmaschine

 
Weitere Artikel nach
Autor
Weitere Artikel nach
Titel

 

 

Drucken | Kommentar erstellen

_____________________________

Erschienen
Freudentaumel mit Irish-Folk-Urgesteinen von PGTH
04/2008
“Do you feel the good vibrations all night long?” So stand es fragend hinter einem der ersten Titel, den Mitte März die Kult-Formation „Paddy goes to Holyhead“ (PGTH) im Hockenheimer Kulturzentrum „Pumpwerk“ präsentierte. Eine rein rhetorische Frage, denn selbstverständlich konnte sich keiner der rund 200 Fans im Saal dem routinierten Stimmungsprogramm der Band, die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiert, entziehen.

Dass es überhaupt zu diesem Jubiläum kommen konnte, grenzt an eines der vielen Mysterien, von denen gerade das Irische so reich ist: 2001 hörte man schon allenthalben das Totenglöckchen für PGTH schellen, als der Frontmann und geistig-musikalische Übervater Paddy Schmidt, dessen Name vor den hohen Weihen keltischer Klänge noch Harald Kligge lautete, die Band – durchaus im Streit – verließ, um Solo-Ambitionen nachzugeben.

Wer damals aber schon den endgültigen Exitus der vor allem seit Mitte der 1990er Jahre erfolgreichsten Celtic-Rock-Band Deutschlands voraussah, der musste sich beim jüngsten Auftritt der Formation in der Rennstadt ungläubig die Augen reiben: Seit der Reunion 2005 hat sich zwar erwartungsgemäß musikalisch nicht viel getan, aber ansonsten wirkt die Musik beileibe nicht wie aus der Intensivstation. Ganz im Gegenteil strotzt sie weiter vor Kraft und Durchzugsvermögen.

Daran konnte auch der im vergangenen Jahr vielbeweinte Weggang Kalle Spriestersbachs nichts ändern, der runde 17 Jahre auf das PFTH-Schlagwerk eingedroschen hatte. Natürlich kann kein Nachfolger den unnachahmlichen Sound des gewitzten und unangefochtenen Ehrendrummers erreichen, aber der X-Cellent-Zugang Dirk „Schimmel“ Schäfer hat dennoch ein phantasievolles und vor allem gut belastbares Fundament gelegt für das musikalische Schwergewicht Paddy Schmidt, der nach wie vor sowohl mit seiner erdig-rauchigen Stimme, als auch mit Gitarre und Mundharmonika ganz klar die musikalische Szenerie dominierte. In dieser Band war es immer so und wird es immer so bleiben: Paddy Schmidt ist PGTH.

An seiner Seite der optische Glanzpunkt der Bühnenshow Nicole Ansperger; die umfassend klassisch ausgebildete junge Geigerin hat seit ihrem letzten Auftritt in Hockenheim deutlich an Format gewonnen, wenngleich sie auch weiterhin nicht nur in Schmidts, sondern auch im Schatten so grandioser Vorgänger an der Fiedel steht wie Almut Ritter, Helen Mannert oder Mathias Kohlmann. Routiniert am Keyboard Jo Naumann und wie immer frank und frei am Bass Uwe „Uhu“ Bender.

Gemeinsam zelebrierten die fünf zusammen mit ihrem ausgelassenen Publikum eine „Best of“-Show der besonderen art: Die Gäste losten um den nächsten Titel und so reihte sich eine Hymne der Band an die andere: Der bereits zitierte „Red Rastafari“ wechselte ab mit „White Rover no more“, „Heres to the People“ und „Far away“, der Alltime-Kultsong „Johnny went to the War“ (seinerzeit als erster Titel überhaupt 50 Wochen in den SWF3-Hitline Hörercharts) gab sich mit dem „Great Song of Whiskey“ und den „Banks of Australia“ die Ehre, „Seldom sober“ mit „The Dragon“.

Aus dieser Mischung produzierten PGTH und das Publikum gemeinsam eine Geburtstagsfete der besonderen Art.


Zum Schluss war es wieder der ganze Saal, der mitsang, mittanzte, sich dem unausweichlichen Freudentaumel hingab und so ein Fest voll Esprit feierte: „I don’t want to say Goodbye“.



Weitere Informationen im Internet unter http://www.paddy.de.

 

 

 
 

©:www.paddy.de