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Erschienen
Spannende „Magic Dreams“ in Hockenheim
10/2008
Ein Zauberland, in dem ein Drache versucht, die Träume der Menschen zu vernichten war Schauplatz der jüngsten abendfüllenden Inszenierung des Hockenheimer Vereins „Magic Dreams e.V.“, die Ende September an zwei Abenden in der Brauerei zum Stadtpark stattfand: „Höllenfeuer den Geschichten“ hatte der 1998 gegründete Verein für Spektakuläres und Atemberaubendes das rund zweistündige Jubiläums-Varieté zum Zehnjährigen überschrieben – und darum eine Geschichte mit viel Magie geschlungen. Wenngleich auch eine der Märchen und Erzählungen nach der anderen in Flammen aufging, hat doch die 16-köpfige Truppe um den inzwischen fast merlinhaft gealterten Iramus (Andreas Bierlein, 1. Vorsitzender) und Gaststar Jeremy (Artistik- und Feuerschluckerkollege Ralph Breitinger) einigen fesselnden und vielen sehr charmanten Nummern ein bemerkenswertes Feuerwerk der Illusion und Unterhaltung abgebrannt.

Dabei war wie bei den vergangenen Shows auch – man erinnere sich nur an den 2006 gewagten „Zeitsprung“ oder die Wüstensaga „1001 Sandkorn“ aus 2005 – vor allem die detailverliebte Ausstattung und der jeweils auf die Rahmenhandlung abgestimmte Einsatz der künstlerischen Mittel ein Fest für die Augen, aber auch für die Seele: Da flatterten süße, quirlig jonglierende Bienchen mit Grashüpfer Flip über die Bühne und Sören Köhler verwandelte sich in ein recht maskulines Schneewittchen, das mit ihren sechs Zwergen zum Diabolo-Showdown ansetzte.

So konnte man sich mal bei verblüffenden Kartentricks von Iramus selbst hinters magische Licht führen lassen, dann beim augenzwinkernd erotischen Schwarzlicht-Tanz einer sich langsam ins Nichts auflösenden geheimnisvollen Lady (Vera Götzmann) den einfachen Strickmustern der eigenen Phantasie auf die Schliche kommen, um gleich danach angesichts lodernder Flammen und in Jonglagen fliegender Beile an die Herzinfarktgrenze zu geraten. Eben diese Mischung verleiht den Auftritten der „Magic Dreamer“ diesen speziellen Reiz, der ihnen eine treue Fangemeinde beschert: Für jeden was dabei und eine schmackhafte Melange aus Unterhaltung, Spannung und Spektakel.

Da werden „Der Kaiserin neue Kleider“ eben gerade so leichtbekleidet genau genommen, Aschenputtels Ball mündet in einer Drehteller-Nummer der barock gewandeten Dienerschaft und Rumpelstilzchens Tanz ums Feuer wird mit lodernden Bois massenpaniktauglich in Szene gesetzt.

Naturgemäß machten die Beiträge mit Feuer den größten Eindruck vor allem auf die zahlreichen Kinder, die sich gespannt und voll Erwartung in der ersten Reihe direkt vor der Bühne drängelten; bisweilen hätte man nur zu gerne mit ihnen getauscht, war doch einer der beiden Wermutstropfen des Abends die niedrige Bühne, die bei allem Halsrecken bisweilen den Blick auf das Spektakel verwehrte. Der andere war die niedrige Decke, die vor allem die ansonsten beeindruckenden Diabolo-Kunststückchen arg zu stören neigte.

Ein Fest für die Freunde der Zauberei-Klassiker fand direkt nach der Pause in einem Streifzug durch die „Apparate-Magie“ seinen Platz: Iramus zerteilte seine eigene Gattin Katja im „Zick-Zack“ in drei Teile, legte einen Besucher unter die Guillotine oder ließ Lisa-Marie Regitz, mit 9 Jahren das derzeit jüngste Mitglied des Illusionisten-Vereins, sowohl in der „Schwebenden Jungfrau“ abheben, als auch in der „Puppenhaus-Illusion“ aus dem nachgewiesenen Nichts erscheinen.


Als nach dem „Endkampf“ zwischen Iramus und den Schergen des Drachen alle Geschichten im zauberhaften Buch verbrannt waren, blieb nach einem spannenden und äußerst unterhaltsamen Abend in einem großen Finale eine wohltuende Botschaft: „Die Träume und die Geschichten sind in Euch selbst!“



Weitere Informationen im Internet unter www.magic-dreams-variete.de.