2017
 
 
 

Rezensionen

Editorial
Gästebuch
Archiv
Links
Kontakt

Suchmaschine

 
Weitere Artikel nach
Autor
Weitere Artikel nach
Titel

 

 

Drucken | Kommentar erstellen

_____________________________

Colfer / Donkin / Rigano
Erschienen
Artemis Fowl – Der Comic
12/2008
Carlsen Verlag GmbH, Hamburg
128 Seiten / € 14,90
Der Erbe eines Verbrecherimperiums will die Elfen um deren Gold betrügen. Die wehren sich mit allem, was sie haben: Zeitstopps, Spezialeinheiten, Trollen, Zwergen und riesigen Kanonen.

Die eigentliche Heldin dieser Geschichte ist Holly Short. Sie ist die erste und einzige Frau in der Spezialeinheit der Elfen, die ausgebrochene Wesen aus der magischen Welt in der Menschenwelt aufspürt, und wieder unter die Erde bringt. Sie kämpft gegen Vorurteile, die Erinnerung an eine völlig verpatzte Aktion in der Vergangenheit und ein zwölfjähriges Genie des Verbrechens, Artemis Fowl.

Was folgt, ist eine gelungene Mischung aus Edel-Gängstergeschichte, in der man den eigentlichen Bösen wegen seiner Intelligenz und gelegentlichen Ehrlichkeit ins Herz schließt, einer High-Tech Fantasywelt und einer guten Prise „Harter Chef-Cop mit Herz und Schnauze“ Figur. Drumrum machen gewaltigst furzende Zwerge und paranoide Zentauren die Geschichte perfekt. Aber die Buchvorlage zu diesem Comic wird nicht umsonst in einem Atemzug mit Harry Potter genannt.

Der Comic ist gewöhnungsbedürftig. Giovanni Rigano ist aus Trend-Comics wie Witch oder der Comic-Adaption "Fluch der Karibik" bekannt. Hier sieht der stiernackige Bodyguard von Artemis mehr nach einem Genexperiment aus Resident Evil aus. Sein Nacken wächst aus seinen Schultern und scheinen erst knapp unter den Ohrläppchen aufzuhören. Viele Gesichter sind fast quadratisch und die feinen Striche machen daraus eher Schuhkartons als Köpfe. Zusammen mit einer stimmigen aber etwas unterkühlt wirkenden Farbgebung ergibt sich ein künstliches Gefühl beim ersten Betrachten der Bilder.

Vielleicht ist es dieser eigentümliche Zeichenstil, der den Leser nach den ersten Seiten völlig in diese fremde Welt einsaugt. Auch die Geschichte lebt eher von den Personen, als von dem fantastischen Setting. So ist es der völlig ergebene Bodyguard, der neben seiner Aufgabe, Artemis zu unterrichten und zu beschützen, nur das Wohl seiner kleinen Schwester als Sinn des Lebens hat. Auch Artemis selber hat einen deutlich nachfühlbaren Herzenswunsch. Etwas klischeehaft bleibt Holly und ihr unrühmlicher verpatzter Einsatz. Das hat nur gutes TV-Niveau, alle anderen Hauptfiguren sind lebendiger beschrieben.

Band eins erzählt die abgeschlossene Geschichte des ersten Buches und macht Lust auf eine Fortsetzung. Das kleine Hardcoverformat ist mittlerweile am Markt erprobt und beim Leser bekannt du wird sowohl vom ehemaligen Albumleser wie vom Manga-Nachwuchs akzeptiert. Wer es günstiger mag, kann auch die Paperback-Version des Comics für knappe neun Euro erwerben.


Klasse!