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Erschienen
Lego Batman
12/2008
Als die britische Softwarefirma TT mit Lego Star Wars das fantastische Kino und die Bausteine aus wohl Jedermanns und -fraus Kindheit zusammen auf den PC brachten, eroberten sie im Sturm die Herzen der Junggebliebene. Nach dem zweiten Star Wars Legospiel gab es den zusammengebauten Indy und nun uns liebster Held der Nacht: Batman. Diesmal gibt es zwar auch mehrere Kino-Filme, an denen sich das Spiel orientieren könnte, aber man versuchte es anders.

Während Star Wars und Indiana Jones recht beständige Helden aufzuweisen vermag, sieht es bei Batman völlig anders aus. Der gute alte Adam West Batman war eigentlich nur trashig, witzig und bunt, Tim Burton zeigte in den 90ern einen auf dunkel gestylten Batman, der dann ab dem dritten Film dunkel und bunt wurde – was irgendwie nicht so richtig klappte und die beiden aktuellen Kino-Batmans sind knallhart und düsterer, als alle Batman davor. An welchen Batman hätte sich TT halten sollen? Man ging einen anderen Weg. Das Kostüm nahm man von Burton, das Design der Stadt könnte auch in den aktuellen Filmen auftauchen und der Witz hat die Farbe der alten Adam West Batmans. Wie passt das zusammen? Überraschend gut!

Die Story? Alle bekannten Irren sind frei: Killer Croc, Joker & Harlequin, Scarecrow, Riddler - das liest sich wie der Begin von Knightfall. Schon wenn Robin einem der Schurken das Bein stellt, oder Batman in einer Zwischensequenz das Gesicht verzieht, als der übermütige Robin mit einem seiner hier fälschlicherweise auch alt BAT-Vehikel bezeichneten fahrbaren Untersätze gegen die Wand fährt, bemerkt man den ironischen Grundton des Spiels. Aber wie verziehen Lego-Figuren das Gesicht? Genauso elegant, wie sie ihren Oberkörper biegen können – zumindest hier im Spiel.

Eine Grundregel muss man beachten, will man alle Geheimnisse dieses Spiels ergründen: Alles, was wie aus Legosteinen gebastelt aussieht, muss kaputt gemacht werden! Dabei spielen Physikmodelle eine völlig nebensächliche Rolle, es ist zum einen ganz nett, wenn der Mülleimer in viele kleinen Legosteinchen explodiert, zum anderen bekommt man so immer wieder besondere Legosteinchen, aus denen Lego-Batman und Lego-Robin sich unumgängliche Goodies wie neue Anzüge oder Kletterhilfen bauen. Und man sammelt so auch Punkte, mit denen man sich in der Bathöle neue spielbare Figuren wie den guten Freund Gordon oder Extra-Anzüge kaufen kann.

Das Spiel ist in drei kurzweilige Kapitel eingeteilt. Aber nach dem letzten Endgegner ist das Spiel noch nicht zu Ende. Die drei Kapitel kann man auch als Bösewicht spielen, das sieht alles ganz anders aus und ist eigentlich ein eigenes Spiel. Dann wäre da die Motivation, alle Teile der Mini-Puzzels zu finden um so die Trophäenhalle in der Bathöle und auch den geheimen Trophäenraum in Arkham zu füllen. Dazu braucht man aber vielleicht einen Spezialanzug, dem man sich dann in der Bathöle kaufen kann. Immer wieder sieht man in den Levels Orte, zu denen man nur mittels Spezialausrüstung kommt, was man nach dem Ende des Story-Modus im Modus Freies Spiel dann auch sofort macht.

Die meiste Zeit ist man zu Fuß unterwegs, kloppt sich mit schnell in Einzelteile zerlegbaren Gegnerscharen, jagt die Bösewichter, findet die richtigen Stellen zum Springen und gewöhnt sich nur schwer an die nicht so ganz ¾-Ansicht, was das gezielte Springen nicht ganz so einfach macht und löst sich immer wieder selbst in Legosteinchen auf. Aber sterben kann Lego-Batman und der ebenso kantige Gesell Lego-Robin nicht, eben so wenig wie die anderen freizuschaltenden Figuren in diesem Spiel. Frustgefahr besteht nur ganz vereinzelt und liegt eher in der Fantasielosigkeit oder dem dann doch nicht ganz konsequent ausgelebten Zerstörungswillen des Spielers. In den Fahr-, Flug- und Wasserfahrzeugfahrsequenzen wird die Steuerung deutlich schwammig, aber wenn man nur das richtige Mittel hat, explodiert das richtige Teil doch, auch wenn man nur in der Nähe des Ziels ist. Das freut den Gelegenheitsspieler, die Lego-Spiele werden es deswegen aber sicher nicht zu einer Disziplin bei den Worls Cyber Games schaffen.

Dieses Spiel ist völlig kindisch. Hurra! Und zu weilen auch unlogisch. Egal! Manchmal braucht man einen Tipp, wo und wie es weitergeht. Da glitzern zwar immer die wichtigsten Gegenstände, aber weil eben nicht immer völlig logisch, greift man doch zur Komplettlösung. Wenn man die dann schnell genug wieder beiseitelegt, gibt es in diesem Spiel unendlich viel zu entdecken, kramt dann vielleicht die alten Comics wieder raus, schiebt einen der Filme in den Player und hat einfach eine verdammt gute Zeit mit Batman – was will man al alter Bat-Junkie mehr?


Klasse für Kinder und Junggebleibene Batmanfans.