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Philip K. Dick
Erschienen
Philip K. Dick – sämtliche 118 Kurzgeschichten
01/2009
Zweitausendeins, Frankfurt
je ca. 600 Seiten / 5 x 14,95
„Total Recall“, „Screamers“, „Bladerunner“, „Paycheck“ – jeder Science Fiction Fan kennt diese Filme.

Hinter den ganzen Filmen stehen die Romane und Kurzgeschichten von Philip K. Dick. Der Amerikaner war wie viele Künstler eine zerrissene Seele. Da ist es nur passend, wenn ein ebenso seltsamer Mensch wie Robert Crumb eine Art Mini-Biograpghie mit dem Titel „Die religiöse Erleuchtung des Philip K. Dick“ gezeichnet hat. Die ist im leider vergriffenen Bändchen „Der Philip K. Dick Companion“ zu finden, der als Dreingabe des ohnehin günstigen Werks „Sämtliche 118 SF-Geschichten in fünf Bänden“ enthalten war.

Wer die abwechslungsreiche Welt von Dicks Kurzgeschichten erlesen möchte kann auf die Einzelbände zurückgreifen, ohne Preisvorteil der Sammlung und ohne den Companion, aber dafür mit all den schrägen, witzigen, verängstigenden und anstrengenden Ideen eines der größten und vielleicht verwirrtesten SF-Autoren des letzten Jahrhunderts.

Kurzgeschichten sind manchmal einfach nur hastig heruntergeschriebene Ideen, die es nie zu einem Roman geschafft haben. Dick ergießt sich in einer Geschichte über Redensarten wie „auf etwas ein Auge werfen“ und mutmaßt, das es sich hierbei um Außerirdische handeln müsse. Eine launische Abwatschung geflügelter Worte. Dann erschreckt er, wenn seine nicht im Gleichklang lebenden Helden sich der Ausgrenzung nur durch Anpassung erwehren können. Happy Endings gibt es bei Dick selten.

Statt angenehmer Unterhaltung gibt es etliche Denkanstöße. Dick muss oft seine seelischen Schmerzen in diesen Geschichten von sich weggeschrieben haben – was im laut der Biografie aber selten gelungen ist. Seine Geschichten packen auch, weil er sich selten wiederholt. Wo andere Autoren mit Nuancen ihre Helden und Plattitüden pflegen, ergießt sich Dick in auch mal zu seinen eigenen Geschichten konträren Aussagen. Das wird in den kurzen Bemerkungen am Ende jedes Buches wenn nötig auch kurz erklärt.

Dick ist eine Pflichtlecktüre für jeden Science Fiction Fan. Die Bände bei Zweitausendundeins geben die Möglichkeit, sich umfassend in die Welt dieses Autors einzulesen. Was jetzt noch fehlt ist eine kommentierte Komplettausgabe seiner Romane. Hoffentlich wieder bei Zweitausendundeins.


SF-Pflichtlektüre