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Erschienen
Die „Barons“ machen Party mit Legenden
12/2009
Eine lebende Legende zu sein, ist eine zwiespältige Sache: Einerseits genießt man sicherlich den Ruhm und die Begeisterung, die man allenthalben auslöst, andererseits ist die ständige Herausforderung, den Erwartungen der oft völlig verfallenen Fangemeinde gerecht zu werden, eine große Bürde.

Mit Talent, Witz und flockigen Sprüchen schulterten ebendieseMitte November die vier Jungs der Formation „The Barons“ in der Stadthalle. Hockenheims „gute Stube“ war zwar nur locker mit Gästen gefüllt, das tat dem Abend aber überhaupt keinen Abbruch. Die Veranstalter hatten es auch ausreichend spannend gemacht: Das Plakat jedenfalls hatte nichts von einem DJ im Vorfeld gesagt und entsprechend groß war die angestaute Spannung, als eine Stunde nach dem offiziellen Beginn endlich vier Hawaiihemden mit Instrumenten auf die Bühne trabten, um die „Beach Boys“ zu neuem Leben zu erwecken. Bereits der Opener „Surfin’ U.S.A“ entfesselte wahre Begeisterungsstürme im Publikum und lockte – einem Wunder gleich in der meist eher Sitzfleischbetonten Rennstadt – von Anfang an zunehmend mehr Tänzer an: Den gesamten Abend wogte eine stete Menge völlig hingerissener Musikfans über die Tanzfläche.

Kein Wunder, denn was die Truppe um Frontmann Anselm Fedel bot, war nicht einfach nur die Repetition einer ununterbrochenen Folge ultimativer Tophits aus den Sixties – sie ließen die geniale Musik und die unsterblichen Stars von Einst zu neuem Leben erwachen: Mit „Wake Up Little Susie“ und „Bye Bye Love“ die „Everly Brothers“, den großartigen Manfred Mann mit „Do wah diddy“ und die „Monkees“ mit „I’m a believer“. Damit trafen sie genau ins Schwarze und ließen die Gäste erst in Wallung, dann völlig aus dem Häuschen geraten – nur so kann man es wagen, bereits als dritten Titel einen Mitmachsong wie Bruce Channels „Hey! Baby“ zu wagen. Zur kultigen Musik mischten sie noch eine charmante Bühnenshow, die auch einen weiteren Star hervorbrachte: Als „Barbara Ann“ holten die „Barons“ Jutta auf die Bühne, die ihnen mit einer super Percussion, toller Ausstrahlung und vor allem exzellenter Beinarbeit fast die Show stahl und bereits nach diesem „Beach Boys“-Titel erste Zugaberufe provozierte.

Aber die „Barons“ konnten selbstverständlich selbst punkten – was keiner mehr glauben mochte, sie machten es wahr und zogen im zweiten Teil die Regler noch gewaltig auf, als sie nach einem kurzen Ausflug zu den „Searchers“ ihre Geheimwaffe auspackten und die „Beatles“ gaben: Fedel, dem durchaus eine gewisse optische Ähnlichkeit zu Ringo Starr zueigen ist, konnte vor allem stimmlich überzeugen, aber auch Gitarrist Tim Berger und Bassist Sven Härtel zeigten, dass ihnen außer Saiten auch noch Stimmbänder gegeben sind – und sie jeweils beides begnadet beherrschen. Zusammen mit Drummer Sebastian Niehoff zauberten sie einen unglaublichen Sound - und das taten sie nicht wie jede x-beliebige Coverband, sondern mit einer atemberaubenden Authentizität, die ihresgleichen lange suchen kann: Die Barons machen nicht einen auf „Beatles“, diese vier Jungs sind die „Beatles“.

Das attestierte den „Barons“ 1995 auch ganz Deutschland, als man sie im ZDF-Contest zur besten Beatles-Coverband der Republik wählte.

Und so kam „One After 909“ bei ihnen wie bei den Originalen, ebenso „A hard day‘s night“, „All my loving“, „She loves you“, „I want to hold your hand“ und all die anderen unvergessenen Beatles-Highlights. Grandiose Stimmen, ein genialer Beat und ganz hervorragende Gitarren-Soli ergossen einen Sound über das Publikum, dem sich tatsächlich keiner entziehen konnte.


So blieben nach Stunden „Twist and shout“ inklusive der frenetisch verlangten Zugaben, vier Künstler zurück, die lebenden Legenden lebende Legenden waren und ein Publikum, das in der ausgelassenen Partystimmung seinen Spaß gefunden hatte: „I feel fine“.



Weitere Informationen im Internet unter www.thebarons.de