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Erschienen
Paddys bleiben ein Knaller
05/2010
Es hat diesmal nicht ganz genau geklappt, aber der Geist des „St. Patricks Day“ war noch mit Händen zu greifen, als am vergangenen Samstag Abend die Folk-Rock-Formation „Paddy goes to Holyhead“ im Hockenheimer Kulturzentrum „Pumpwerk“ eine weitere Episode aus der langen Reihe „Die Partygaranten“ abwickelte: Bis zum Bersten war der Musentempel mit gespanntem Volk belebt, das sich bereits bei den ersten Takten der Truppe um „Paddy Schmidt“ Harald Kligge in einen begeisterten Mob exstatisch feiernder Musikliebhaber verwandelte.

Kein Wunder, stellte „PGTH“ doch einmal mehr unter Beweis, dass sie eben keine „Japanese Rock And Roll Band“ sind, sondern der seit der Gründung 1988 fast ununterbrochen verlässliche Stimmungsbringer unter den modernen Interpreten des Irish Folk. Sieht man einmal von der kleinen Schwäche Anfang des Jahrtausends ab, als Paddy Schmidt der Band den Rücken kehrte, war die Truppe mit dem Notausgang im Logo eine absolut sichere Nummer – und das ist sie noch heute.

Das bekam das Hockenheimer Publikum am eigenen Leib zu spüren – und zwar ganz wörtlich: Kaum einer der teilweise von sehr weit, in einem Fall gar aus Koblenz, angereisten Fans konnte dem sofort einsetzenden Drang zu tanzen oder zumindest den Takt körperlich aufzunehmen, widerstehen.

Das erreicht PGTH mit einem Programm, das auf die gewohnte Mischung aus rassigen Tanzliedern und sanften Balladen setzte: Vom perfekten Einheizer „Desiree“, das man diesmal in einer besonders prononcierten, durchrhythmisierten Version gab, über die sanften, bisweilen fast zärtlichen Gänsehaut-Bringer wie den „Tunes of silence everywhere“ oder dem gigantischen „Titanic“ bis zu den vielen Mitsing-Klassiker wie „Far away“ oder den „Shores of Botany Bay“. Der Kenner sieht sofort: Eigentlich nichts Neues. Aber das hatte auch kein Fan erwartet: Es gibt manchmal „Produkte“, die sind allenfalls noch in Nuancen, keinesfalls grundsätzlich zu verbessern - und die teilweise wirklich extrem treuen Fans dankten es ihren „Paddys“ mit tosendem Applaus.

Wer genau hinhörte, der konnte dennoch auch diesmal wieder ein paar Veränderungen entdecken: Der Klang der Paddys ist insgesamt noch homogener geworden, wofür die Prominenz von Fiddle und Akkordeon weiter geschwunden ist; was nicht so sehr ins Gewicht fällt, weil ohnedies die gesamte Show und alle Titel voll und ganz auf Frontmann Paddy Schmidt ausgerichtet sind. An seiner Seite bereits seit 2005 der Bassist Uwe „Uhu“ Bender, der damals den Grundton mit einem satten Fundament voranbrachte, und die Geigerin Nicole Ansperger, die nach wie vor keine rechte Präsenz entwickeln kann. Auf dem Platz von Drummer-Legende Kalle Spriestersbach sitzt seit 2008 Dirk „Schimmel“ Schäfer, der verlässlich und gediegen die Basis legte. Damit ist neben Bandgründer und „Urpaddy“ Schmidt nur noch Keyboarder und Akkordeonist Jo Naumann als „Urgestein“ verblieben.


Dennoch, der Abend im „Pumpwerk“ ließ die Fans beruhigt Party machen – „Paddy“ lebt und ist ein Knaller: Wie eh und je!





Weitere Informationen im Internet unter http://www. paddy.de.