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Erschienen
Riddim Posse zeigt zum 20. Emotions
06/2010
Sie sind unfehlbare Garanten für Riesenstimmung und Partyfeeling: Die Mannheimer Formation „Riddim Posse“ gab ende Mai in der Hockenheimer Stadthalle zu ihrem eigenen 20-jährigen Bühnenjubiläum erneut ein Meisterstück dafür ab, wie man ein auf den ersten Blick eher müde wirkendes Publikum zuerst von den Stühlen holt, um ihm dann gehörig einzuheizen – nur zwei Titel brauchten die zehn Musiker aus Barbados, Trinidad & Tobago, Ghana, Haiti und Deutschland, um die ersten Frauen vor die Frontline zu locken; als man gleich darauf mit „Buffalo Soldier“ auch noch den ersten Bob-Marley-Klassiker gab, hielt selbst die Männer nichts mehr und sie stürmten die weiblich dominierte Tanzfläche. „Show me Emotion“, mit dem zentralen Satz aus Boney M.s „Brown Girl in the Ring“, kann man es am besten auf den Punkt bringen, was „Riddim Posse“ im rennstädtischen Musentempel gelang: Die eigentlich eher schlechten Rahmenbedingungen vollkommen umzukehren und daraus ein Fest der Musik und der guten Laune zu machen.

Denn es waren zum Einen nur vergleichsweise wenige Gäste der Einladung zur „Reggae- & Caribbean Night“ gefolgt – da waren Löws Testspiel, Lenas Oslo-Erfolg und das Mannheimer Stadtfest doch zu harte und vor allem zu breit aufgestellte Konkurrenz. Zum Anderen ließ der Sound in der Stadthalle gehörig zu wünschen übrig: Dumpf und unausgegoren kam rüber, was auf der Bühne noch klar und in gänsehauttreibender Brillanz erklang.

Der ohnedies auf dem Instrumentalteil betonten Mischung aus Reggae, Soca und Calypso der internationalen Musikerelite schadete das weitaus weniger, als deren Vorgruppe: Die Ludwigshafener Formation „Mojosoundz“, die man wegen gewisser musikalischer Verbindungsstellen in deren Hip-Hop-Reggae-Funk-Gemisch eingeladen hatte, lebt weitaus mehr aus den Texten, mit denen die Brüder Max "Papst Johannes Paul" und Alex "Phunky AL" Wagner bemerkenswert zeitkritische Themen ansprechen und durchaus ungewöhnlich intellektuell verarbeiten. In der Mischung vor Ort wurden die beiden hyperaktiven Jungs allerdings von ihrer Band überdeckt und ihre Texte gingen im dumpfen und einfallslosen Einerlei des Tonmischers unter – „Wie kann es sein?“ konnte man da fast als Botschaft an den Mann am Mischpult verstehen – und man darf nur hoffen, dass man „Mojosoundz“, die im vergangenen Jahr den Sieg beim Newcomerfestival Rhein-Neckar nur knapp verfehlten, bald wieder – und dann auch wirklich –hören darf.

Aber selbst das tat der Stimmung am Ende ebenso keinen Abbruch, wie die noch zu Beginn der Veranstaltung mit Naserümpfen zur Kenntnis genommene Stillosigkeit der Rondeau-Gastro, das kreolische Curry in Plastikgeschirr zu servieren.

Der unausweichliche Groove „Riddim Posses“ fegte jeden Frust in einem beschwingten Tänzchen hinweg. Dafür wichtigstes Zugpferd das gigantische Gebläse, für das vor allem Wayne und Kurt Dallaway stehen: Fetziger Rhythmus und ein scheinbar grenzenlos phantasievolles Improvisieren mischen sich zu Spannung und Esprit. Fürs Antreiben hatte man neben Drummer Leo Murphy noch den Grönemeyer-Percussionisten Marc Essien eingeflogen und zusammen mit Bassist Michael Suuhe war so auch dem Beat ausreichend Kraft verliehen.


So feierte „Riddim Posse“ zusammen mit seinen Gästen eine ausgelassene und irgendwie völker- und generationenverbindende Party: Hautfarben und Nationalitäten gingen in der ausgelassenen Freude unter und auf der Tanzfläche tummelte sich alles zwischen 20 und 75 – „Show me Emotion“.

Weitere Informationen im Internet unter http://www.riddimposse.de und http://www.myspace.com/mojosoundz.

 

 

 
 

©:www.riddim-posse.de