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Erschienen
Reilingen feiert eine bezaubernde Irische Nacht
07/2010
Sattes Grün begrüßte die Gäste, als sie anfang Juni auf Einladung des Katholischen Bildungswerks ins Reilingen „Josefshaus“ kamen – und doch war der dekorativ drapierte Rollrasen kein Hinweis auf die am selben Tag gestartete FIFA-WM, sondern eine Hommage an die „Grüne Insel“, der dieser Abend gewidmet war: Irland übt auf die hiesigen Menschen eine enorme Anziehungskraft aus; das zeigen die Urlauberzahlen und das zeigte auch die bemerkenswerte Gästezahl zu dieser „Irischen Nacht“: Verena Seidelmann, die Vorsitzende des Bildungswerks, musste bereits bei der Begrüßung noch Tische heranschaffen lassen, um allen Pilgern auf den Pfaden St. Patricks Tisch und Stuhl zu bieten.

Gemeinsam feierten die rund 100 Irland-Fans einen musikalisch-kulinarisch-visuellen Ausflug ins Land zwischen Derry und Cork wo Guinness und Whiskey fließen.

Einen bildlichen Eindruck von der Landschaft der Gegensätze mit sattgrünen Weiten und steil abfallenden Uferabgründen gab Michael Behr: „Eigentlich Stuttgarter, seit langen Jahren in Hockenheim und am liebsten in Irland“, wie der bekannte. Der Jünger des Heiligen Patrick hatte Dias und vor allem unzählige Geschichten aus den versteckten Ecken der Insel auf Lager: Die nicht nur grüne, sondern vor allem auch bunte Vegetation, eine atemberaubende Küstenlandschaft, malerische Fischerdörfer, Burgen, sanfte Hügel und saftige Weiden plus jede Menge Schafe, Mythen, Legenden.

Dazwischen – sozusagen für die Seele – gabs einheimische Märchen von Annette Gritzbach, für den Leib wurden ein hervorragendes Irish-Stew und andere Leckereien zum schwarzen Stout aus der Dubliner Traditionsbrauerei und edlem Whiskey gereicht.

Im Zentrum aller Aufmerksamkeit stand aber ohne Frage die Musik. Die Formation „Fairysglenn“ spielte mit Klassikern des irischen Folk auf und streute auch das ein oder andere eher unbekannte Kleinod dazwischen: Von „In the Hills of Conamara“ über den rassigen Titel „Spanish Lady“, der einst unvergessen von den „Dubliners“ interpretiert wurde, bis zu deren Gänsehautgaranten „Dublin in the rare old times“.

Was Frontmann, Sänger und Gitarrist Robert Moock, sein Querflötist und Thinwhistleblower Jürgen Köhling und Tamara Gruber an der traditionellen Bodhrán zum Besten gaben, das ist genau das, was man in Irland in den kleinen Pubs auf dem Land noch in völliger Authentizität erleben kann: Ein von Torffeuer und sinnlicher Begeisterung völlig überhitzter kleiner Schankraum und in der Ecke, eher spontan zusammengefunden, als organisiert, eine kleine Truppe, die gemeinsam musiziert – spontan, ganz und gar natürlich und immer von Hand gemacht. Eben diesen Charakter ließ „Fairysglenn“ – die drei haben sich unter diesem Arbeitstitel eher locker zusammengefunden und betreiben ihr Hobby noch aus Liebe und nicht professionell – aufleben.


Gemeinsam mit dem schweren Geschmack auf der Zunge und den gegenwärtigen Eindrücken aus den Bildern ließ diese Musik träumen – „raised on songs and storys“.