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Erschienen
"Company" hat den Blues schon ein bisschen länger
01/2011
Sie sind ohne Frage die langlebigste und erfolgreichste deutsche Blues-Formation und mehr als nur ein Erfolgsgarant für einen Musikabend: Sie sind der Knüller unter den Zwölftaktern, die Offenbarung für den ernsthaften Zuhörer und gleichzeitig eine Stimmungsmaschine für die, die sich einfach nur mitreißen lassen wollen – die „Blues Company“ um Gründer, Leader und geistig-musikalischen Übervater der Formation Todor „Toscho“ Todorovic.

Am vergangenen Freitag machten die vier Musiker der „Kerntruppe“, die in ihrem Genre unangefochten den Ton angeben, im Hockenheimer Kulturzentrum „Pumpwerk“ Station, um ihr neues – das inzwischen 25. – Album „O‘ Town Grooves“ vorzustellen. Ein weiteres Beispiel für die charakteristische Version des Blues, den die Company seit mehr als 30 Jahren kultiviert und lebt: Druckvoll, gitarrenlastig, kreativ und auf jeden Fall für Entwicklung und Innovation absolut offen.

Kein Wunder, finden sich hier doch Konstanten und Neuerungen auf eine ganz illustre Art und Weise zusammen. Neben dem „alten Hasen“ Toscho, der vor allem mit seiner markigen, kantigen Stimme und dem ausgesprochen prominenten Gitarrensound das klare Zentrum der Formation bildet, ist da seit 30 Jahren Mike Titré, der den Gitarrenklang noch vorantreibt, aber auch mal zum Bass und vor allem zur Bluesharp greift, mit der er die Musik aufpeppt, als käme sie direkt aus dem Mississippi-Delta. Schon zehn Jahre fest im Sattel hinter den Drums: Florian Schaube, dessen Beat viel Inspiration und Phantasie atmet. Als Youngster hat erst vor zwei Jahren Arnold Ogrodnik zu Bass und Tasten der Company gegriffen, um ein besonders virtuoses, ausgereiztes Fundament zu pflegen und zu legen und hat sich in der kurzen Zeit bereits einen festen Platz nicht nur in der Band, sondern vor allem in ihrem Gesamtklang erarbeitet; nicht von ungefähr Todorovics Prädikat: „Am Bass und am besten“.

Gemeinsam ist der Sound unverwechselbar und doch nicht starr. Er verändert sich mit den Menschen, die ihn beleben.

Da gibt es eine Episode aus dem winterlichen Osnabrück, wo die „Company“ stationiert ist – klirrende Kälte in Tönen, „Cold rain“ in Worten. Amüsant die Geschichte, berauschend der Titel, der sich um die Bitte von Hollywood-Regisseur Ian Gurvitz dreht, der Toscho vor vier Jahren um „Blue And Lonesome“ als Titelmusik für seinen Film „L.A. Blues“ ersuchte. Eine kleine Nummer von Bucky Lindsey der auch für Joe Cocker schreibt, war zwischen die fast ausnahmslos eigenen Titel der „Blues Company“ gestreut, Schlagzeuger und Bassist bekamen breiten Raum für Soli und ansonsten war der Abend, was man sich nur erträumen konnte, nämlich ein bunter Mix aus Stilen, die sich zum eigentümlichen Company-Sound vereinen: Da ein wenig Rhythm&Blues, dort Soul, Jazz, ein Ticken Funk.


Es war eine Nacht des Blues, eine Nacht großartiger Musik und eine Nacht herausragender Künstler. Oder, um es mit dem zweiten Album der „Company“ aus dem Jahre 1982 zu sagen: „Ich hab' den Blues schon 'n bißchen länger“.



Weitere Informationen im Internet unter www.bluescompany.de.

 

 

 
 

©:www.bluescompany.de