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Erschienen
Christina Lux berührt mit Botschaft und ganz großem Gefühl
02/2011
Von einer „Offenbarung“ hat unsere Zeitung gesprochen, als sie über das letzte Konzert von Christina Lux im vergangenen Jahr berichtete. Jetzt war die charismatische Sängerin wieder im Hockenheimer Kulturzentrum "Pumpwerk", „with arms wide open“ und mit noch zugewandterem Herz zu einem feinen, intimen Konzert, dem es an nichts fehlte, außer an etwas mehr Zuhörern.

Die hätte „die Lux“ ohne Frage verdient: Selten hört man eine derart ergreifende Kombination aus kristallklarer, atemberaubend gefühlvoller und unmittelbar treffender Stimme und phantasievollem, oft virtuosem Gitarrenspiel. Damit nicht genug: Zum Erfolgsrezept gehören daneben tiefgründige, höchst emotionale Texte, deren Gehalt das belanglose Hinhören effektiv unterbindet – Christina Lux muss man lauschen, man muss sich konzentrieren und ganz auf sie und ihre Botschaften einlassen. Als Dank für diese bisweilen durchaus anstrengende Hingabe bekommt der Zuhörer nicht nur einen Abend voll schönster Klänge und anmutigster Musik, sondern Geschichten und Themen, die Geist, Herz und Seele gleichermaßen nähren und beflügeln.

Vielleicht ein Grund, dass der Mittvierzigerin bislang der ganz große Erfolg verwehrt geblieben ist. Sie zelebriert einen eigenständigen Stil irgendwo zwischen Soul, Funk, Folk und Pop und vor allem erlaubt diese Musik keinen Augenblick der bloßen Unterhaltung.

In der Fachwelt wird sie bejubelt, unter den Musiker-Kollegen ist die in Karlsruhe geborene, heute in Köln lebende Christina Lux geschätzt: Sie arbeitete schon mit Jule Neigel zusammen, lange bevor ihr 1998 als Special Guest in der „Nightclub-Tour“ der damals schon international erfolgreichen Rockband „Fury in the Slaughterhouse“ ein Durchbruch gelang, der im Jahr darauf den ersten Plattenvertrag für „Little Luxuries“ brachte, sie stand mit Pe Werner, Purple Schulz, Jon Lord, Die Happy, Status Quo und Paul Young auf der Bühne und auf ihrem zweiten Album „Pure Love“ ist unter anderem Blues-Legende Chris Jones als ihr Begleiter zu hören.

Seit der Veröffentlichung ihrer letzten CD „Lux Pure&Live“ sind nun schon vier Jahre vergangen und die Fans warten schon gespannt auf die für den Sommer angekündigte neueste Platte „Haut“, von der die Lux an diesem Abend eine kleine Kostprobe gab. Die schweren Folgen von Kriegen und der um sich greifenden Disharmonie zwischen den Völkern, verarbeitet in sanften, aber mehr als deutlichen Worten, die nicht mit erhobenem Zeigefinger mahnen, sondern ans Gewissen appellieren: „They could not keep the promises, they could not feel what you needed the most“. In den meist englischen Songs fühlt sich Christina Lux spürbar wohl, wenngleich ihr auch in der Muttersprache Unglaubliches gelingt. Zarte Worte, die treffen. „In diesem Augenblick ist’s wie ein Mund voll Glück, das wie Schokolade auf der Zunge zergeht“ – anmutig im Ausdruck, klar in der Botschaft, würdig im Ton.

Zwei Stunden gab sich Christina Lux ihren Gefühlen und ihrem Publikum ganz hin, gab Hymnen wie „Ich wird Dich lieben, bis Du satt bist“ oder einen ihrer ersten Titel „Free“, sang ihrer inzwischen erwachsenen Tochter „She is me“ und den zärtlichen Titel „Do’t hold them back“ – verliebt bis über beide Ohren in die Musik, die Botschaft, das Gefühl.


Das Publikum gab es ihr dankbar und ergriffen, begeistert und voll Zuneigung zurück und fast hätte man gemeinsam singen können: „Mein Herz wird leicht, wenn es mit Deinem spricht – ich genieße es, wie es ist“.