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Erschienen
Big/Balls holen Scott und Johnson nach Hockenheim
07/2010
Sie verkauften weltweit mehr als 200 Millionen Exemplare ihrer 22 seit 1975 erschienenen Alben, die 1980 erschienene Scheibe „Back in Black“ ist mit schätzungsweise 49 Millionen verkauften Exemplaren die Platte mit den zweitbesten Verkaufszahlen der Geschichte nach Michael Jacksons „Thriller“. Seit langem stehen sie auf Platz sieben der von „Black Sabbath“ angeführten MTV-Liste der „Greatest Metal Bands Of All Time“. Erst in diesem Jahr erhielten sie den begehrten Musikpreis „Grammy“ in der Kategorie „Best Hard Rock Performance“. Und durch die 99 Auftritte der 2009er Worldtour rückten sie auf Platz zwei der Forbes-Liste der „World‘s Top-Earning Musicians“ hinter „U2“ – die Wunderknaben mit den mustergültigen Zahlen spielen in einer der beliebtesten Hard-Rock-Bands der Welt, die von Australien ausgehend seit 35 Jahren unter dem Markenzeichen „AC/DC“ für Furore sorgt. Selbst herbe Rückschläge wie der Tod des kultigen Sängers Bon Scott 1980 nach dessen sechsjähriger Zeit bei den Stromern, die bis heute den unverwechselbaren Stil der Truppe prägt, haben die Band um die Gründungsmitglieder und Brüder Angus und Malcolm Young nicht aus der Bahn werfen.

Einen Tribut zollten den Vorbildern von den großen Bühnen der Welt Ende Juli die aus dem stuttgarter Raum stammende Formation „Big/Balls“ gemeinsam mit hunderten Fans, darunter nicht wenige sichtlich eingefleischte „AC/DC“-Frenetiker, die ausnahmslos jeden Titel mitgröhlen konnten – eine Formel-1-Party mit Schweißtrief-Garantie.

Dafür sorgten die Jungs um Frontmann Oliver Frommhaben mit ihrem simpel gedachten und kraftvoll gemachten Geheimrezept: Volldampf. Den gaben Drummer Bernie Großmann, Rainer „Ray“ Pfäffle am Bass und im halsbrecherischen Speed Andreas „Robbs“ Zagos und Rainer „Raingus“ Nestle an den Gitarren. Die Truppe ist seit bald 20 Jahren mit den großen Hits Bon Scotts und Brian Johnsons unterwegs, wenngleich erst runde vier Jahre in der derzeitigen Besetzung. Trotzdem stehen die „Big/Balls“ routiniert, selbstsicher und absolut präsent auf der Bühne, von der sie wie im Schwall einen um den anderen „AC/DC“-Hammer aufs begeisternd mitgehende Volk niedersausen lassen: Da hört man die Hymnen „Highway to Hell“ oder „Hells Bells“ ebenso, wie die „Rock ‘n‘ Roll Train“ des vorletzten Albums „Black Ice“. Und man hört die guten alten und auch die weniger bekannten und dennoch genialen Kracher nicht einfach nur: Man hat das Gefühl, die Musik von der Bühne ginge direkt ins eigene Fleisch und Blut über. Das liegt am bisweilen gruselig unheimlich authentischen Sound der „Big/Balls“. Schließt man die Augen, dann ist die Stimme des Leaders Olli kaum von den Vocals aus den ganz großen Zeiten Scotts und Johnsons zu unterscheiden. Das verschaffte in all der ausgelassenen und begeisterten Stimmung punktuell sogar ein wenig Gänsehautfeeling.

Auch der Rest der Truppe vollbringt das Unmögliche und lässt den unverkennbar harten und unbändigen „AC/DC“-Sound live und in Farbe erstehen.


Es war also wieder einmal ein genialer, heißer, ausgelassener F1-Party-Abschluss tief in der Nacht zum Sonntag – und ein Fest für alle „AC/DC“-Fans.

Wer nicht das Glück hatte, in einer der 108 Städte der 28 Länder, die „AC/DC“ mit ihrer in den nächsten Tagen zu Ende gehenden diesjährigen Welttournee Karten zu ergattern, der hat dennoch die Chance auf echten „AC/DC“-Sound: Wenn er sich bis ins Spätjahr geduldet und zu den „Big/Balls“ nach Sindelfingen reist. Den Weg ist es auf alle Fälle wert.





Weitere Informationen im Internet unter www.bigballs-stuttgart.de.