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Erschienen
„Erotische Momente“ der künstlerischen Fotografie
10/2010
„Magische Momente“ hatte die Fotokünstlerin Isolde Stein-Leibold in den Neulußheimer „Alten Bahnhof“ gezaubert, als sie vor eineinhalb Jahren ihre erste Werkschau zu Motiven um den „Carnevale di Venezia“ präsentierte. Ende September ließ sie nun die Masken von damals fallen und begeisterte mit der Ausstellung „Erotische Momente“ bereits bei der Vernissage am Freitag Abend mehr als 50 Kunst- und vor allem Fotofreunde: Was von vielen in der beschaulichen Vier-Sterne-Gemeinde als ein Vabanquespiel empfunden wurde, entpuppte sich als großartige Schau – im ästhetischen wie im künstlerischen Sinne.

Isolde Stein-Leibold zeigte mit fast dreißig Exponaten, dass fotografierte Nacktheit keineswegs zum platten Akt oder gar zum pornografischen Anschauungsobjekt werden muss. Ganz im Gegenteil dürfte für die meisten Betrachter die festgehaltene Blöße ganz hinter den spannenden Eindrücken, den unbeschreiblich perfekten Licht- und Schattenspielen und der Botschaft vom Körper als Kunstwerk zurückgetreten sein.

Gewollt oder nicht war die Werkschau in vollkommener Abstimmung mit den in den Fotografien ausgedrückten Botschaften konzipiert: Bereits im Entree wurde man eingeladen, gefangen genommen von einer barocken Spiegel-Szenerie, deren rotgelocktes Model am hinteren Ende der Ausstellung wiederkehrte – im gleichen Maximum an Sinnlichkeit in einer fesselnden Mischung aus pikantem Locken und fast kindlicher Unschuld, den Blick halb entrückt, halb provozierend direkt auf den Rezipienten gerichtet, der schwankt zwischen der Anziehung und dem Gefühl des Ertapptseins im Betrachten – „Heartbeats“ garantiert. Im Ausstellungsraum selbst hatte man zwei Achsen kreuzweise aufgespannt: Längs der durch die kleine Ausstellungsfläche reichende Blick hin zur „Provocation“ – vielleicht das erotischste Bild aller Ausstellungsstücke, präsentiert das Model doch den frivolsten Ausdruck, auf den der Betrachter aber durch „Topless“ mit derselben Schönen bereits vorbereitet wurde.

Wie eine Brechung wirkte die von zwei zu Triptycha kombinierte Foto-Serien gebildete Querachse der Ausstellung.. Auf der einen Seite „Look at me“, Einladung einer frechen Kurzhaarigen, deren Blicke und Habitus die Sprache natürlicher Anziehungskraft sprechen und ihre Nacktheit vollständig überlagern, wenn man sich auf mehr als einen flüchtigen Blick eingelassen hat. Gegenüber wird das künstlerische Moment auf die Spitze getrieben; „Amazone“, „Sculptural“ und „Natural Temptation“ inszeniert in Schatten und Licht die Anmut und Sinnlichkeit des Körpers in atemberaubender Sachlichkeit: Berührende Ursprünglichkeit.

In den Ecken finden sich - fast wie zur Entspannung – die etwas profaneren Bilder: Leicht zu schauende Posen und Szenen, die eine Wohltat für das Auge sind, ohne große Beschäftigung zu verlangen. Aber selbst hier bleibt Isolde Stein-Leibold stets Künstlerin – gleichsam „amtlich“ attestiert in den Auszeichnungen als „Excellence FIAP“ der Fédération Internationale de lArt Photographique, dem Weltverband der Fotografen, und dem im vergangenen Jahr an sie vergebenen Ehrentitel „Exzellenter Künstler“ des Deutschen Verbandes für Fotografie.


Neulußheims „Kunstpapst“ Wolfgang Treiber hat mit der Einladung an Isolde Stein-Leibold einmal mehr ein Tor aufgestoßen für eine großartige Künstlerin. Und alle Besucher der Eröffnung waren sich einig, dass man gemeinsam hoffen darf, dass „Dangerous“ nicht allein der einzige „Alibimann“ unter allen Bildern war – sondern der Cliffhanger für die nächste Ausstellung der Kunst-Fotografin.



Weitere Informationen im Internet unter www.fotosystem-stein.de und zahlreiche Bilder unter www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/983103.