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Erschienen
Susan Weinert macht es hell in ihrer Nische
06/2011
Das „Global Players Trio“ stand ende Mai auf dem Programm des Hockenheimer Kulturzentrums „Pumpwerk“ – überall in der Welt sind Gitarristin Susan Weinert, Martin Weinert am Bass und Percussionist David Kuckhermann zuhause, auf allen Kontinenten mischen sie mit, und das vor allem mit viel Erfolg. Zu sehen war davon wenig beim Gastspiel in Hockenheim, wo Susan Weinert in den ersten ihrer inzwischen über 25 Künstler-Jahre schon einmal auf der Bühne stand: Während das aus dem Saarland stammende Gitarren-Genie von der Kritik landauf landab gepriesen wird, fanden nur wenig Zuhörer zu ihrem rennstädtischen Live-Gig.

Trotzdem – und das zeigt wahre Größe – war dem Abend das nicht anzumerken: Die drei Musiker verwöhnten auch ein kleines Publikum mit aller Hingabe und dem Besten. Und das Auditorium dankte es mit einer warmen, familiären und doch begeisterten Stimmung.

Genau die richtige Basis für Susan Weinerts musikalische Poesie; verträumt und beseelt, aufgelöst in reine Stimmung, reine Atmosphäre, reine Emotion lässt sie ihr Innerstes klingen und erreicht ihre Zuhörer auf eine äußerst direkte, unvermittelte Art.

Dabei ist ihre Musik zumindest aktuell deutlich geprägt von einer ungewöhnlichen Autonomie der Einzelinstrumente, denen jeweils markante, unverzichtbare Parts zufallen – niemand ist bloße Begleitung, keiner füllt nur Klang auf, sondern Susan Weinerts Musik ist ein Dialog, in dem jede Stimme gleich viel zählt.

In Hockenheim präsentierte die langmähnige Saiten-Queen einige Stücke ihres neuesten, dem elften Album „Thoughts & Memories“, das Mitte letzten Jahres erschienen ist.

So „Innere Ruhe“, ein meditatives Stück, das Kuckhermann an der Bodhrán ins Zentrum stellte. Nur zu Beginn. Nur, um dann sofort wieder in den Austausch mit den anderen Protagonisten zu treten.

So bewegte sich das „Global Players Trio“ zwischen sanften, leisen, bisweilen kaum hörbaren Tönen und markigen, kantigen Passagen mit reichlich Esprit und Laune auf einem weiten Spannungsbogen, der mal lockend und schmeichlerisch, mal fordernd und mitreißend packen konnte.

Hier die virtuose, phantasievolle Gitarre Susan Weinerts, die oft melodiös und mit einer ausgeprägten Motivik eine ganz eigene Welt aus Tönen schafft. Da das meist antreibende, focussierende, bisweilen aber auch ganz zärtlich lockende Schlagwerk, von David Kuckhermann fast ausschließlich mit den Händen gespielt und so jeden rhythmischen Schritt herausgekitzelt. Dazwischen der oft melancholische, fast immer ganz nah an Weinert positionierte Bass ihres stets freudig lächelnden Ehemanns Martin Weinert. Drei Persönlichkeiten, die auch musikalisch Individualität und Eigensinn bewahren konnten, ohne dass dabei der Gesamtklang und das große Ganze zu leiden hatte.


Die eigenwillige, mit einer deutlichen Betonung auf dem Jazz, zahllosen musikalischen Einflüssen aus Funk, Rock, einem Hauch Heavy Metal und einer tüchtigen Portion kammermusikalischer Klassik kreierte Klangwelt aus geheimnisvollen, mystisch anmutenden Melodien und filigran verwobenen Rhythmen ist sicherlich eine Nische im kulturellen Kosmos. Aber es ist eine Nische, die strahlend hell glänzt und ihre Bewohner mit offenen Armen und warmem Herzen aufnimmt.



Weitere Informationen im Internet unter www.susanweinert.com.

 

 

 
 

©:Rüdiger Schestag und Stefan Oldenburg