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Erschienen
Romantischer Liederabend berührt in emotionaler Präsenz
12/2011
Zu einem „erotischen Liederabend“, wie fälschlicherweise angenommen wurde, hatte er – trotz eines reichlich quellenden Gefühls - nicht geladen und doch blieb am Ende kaum ein Auge trocken, als Anfang November der Gesangslehrer, Mitbegründer der Eppelheimer Wild-Hallen und heutige musikalische Leiter des „Theaters am Puls“ wieder einmal selbst zum Mikrofon griff, um unter dem Arbeitstitel „Love needs a heart“ im eigenen Haus einen Abend mit bekannten Liebesliedern zu geben.

Dabei standen ganz große Melodien wie „Bridge over troubled water“, der Klassiker, den das amerikanische Folk-Duo Simon & Garfunkel 1969 kurz vor ihrer Trennung veröffentlichten, Billy Joels „Honesty“ oder Elton Johns „Sorry seems tob e the hardest word“. Aber ganz gleich, zu welchem Welthit Ferber griff, er machte daraus eine sehr persönliche, immer berührende, musikalisch höchst liebevolle Botschaft an sein Publikum; dem bedachten Mann mit der krausen Mähne kommt es bei seinen Konzerten nämlich nicht so sehr auf eine originalgetreue Wiedergabe der Hits an, sondern vielmehr darauf, mit diesen seine eigene Geschichte zu verbinden und sie damit emotional aufzuladen: „Wenn andere durch zerbrochene Lieben geschädigt sind, gehen sie zum Therapeuten und geben einen Haufen Geld aus – wir Musiker geben Konzerte und lassen uns auch noch bezahlen“ brachte er augenzwinkernd auf den Punkt, was nüchtern betrachtet sein Antrieb sein dürfte.

Dem Publikum mags gleich gewesen sein angesichts der herzergreifenden Atmosphäre, die Ferber und sein Mann am Klavier, Michael Dalecke, einen leider viel zu kurzen Musikabend schufen.

Gänsehautgarantie, begeistertes Applaudieren, herzerfrischendes Lachen zwischendurch, wenn Färber die Lieder in sein Leben einordnete, massiver Einsatz von Taschentüchern, um die Tränen der Rührung vor den anderen Gästen zu verstecken – ein Abend dieser Klasse und Machart kann wohl nur in einem Theater, dem Hort der Dramatik, eine wahre Heimat finden.

Erfolgsrezept dabei ist die höchst emotionale Interpretationsweise, mit der Ferber mit einer schlanken, etwas halsigen Stimme, die atemberaubenden Tiefgang und Charakter atmet, brilliert: Seine emotionale Präsenz und die wohltuend kantige Authentizität eröffnen ihm – ganz gleich, ob mit Mary Blacks „Thorn upon a rose“ oder Carole Kings „You’ve got a friend“ – einen direkten Zugang zu den Herzen seiner Zuhörer.

Dalecke am Klavier solide und mit eigenem Charakter, wenngleich bisweilen etwas mechanisch.


Gemeinsam haben die beiden einen herrlichen Liederabend geschenkt, der beim Publikum echte Begeisterung auslöste: „Perhaps love“.