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Rob Liefeld & Jeph Loeb
Erschienen
Captain America #3
04/1999
Panini Verlags GmbH, Nettetal
24 Seiten / DM 3,95
Captain America ist der Held mit dem Kostüm im Design der amerikanischen Flagge. "Eine Flagge - sieht eigentlich blöd aus. Aber nicht an dir." Da spricht uns Nick Fury aus dem Herzen. Besonders die kleinen Flügelchen, die schon die Knöchel Namors und Namoritas schmückten geben dem 150-prozentigen Patrioten etwas Besonders.

Nachdem Caps original Origin-Story in den "Rächern" für Thor benutzt wurde, durfte man gespannt sein, was den Kreativen bei Marvel für Steve Rogers (Caps Name im normalen Leben) eingefallen ist. Nach seiner Kariere im zweiten Weltkrieg wagte es das amerikanische Aushängeschild, eine eigene Meinung zum Einsatz der Atombombe in Hiroshima zu haben. Da diese Meinung nicht mit der Linie des damaligen Präsidenten übereinstimmte, wurde der Verteidiger der Gerechtigkeit kurzerhand stillgelegt. Durch das Superheldenserum, welches ihm seine Kräfte verleiht, vor dem Altern bewahrt, durchlebte Steve Rogers verschiedene Programme (der Bezug zur "normalen" Cap-Story sind die verschiedenen Programme) . Alle sollten ihn von seiner wahren Bestimmung ablenken. Doch nun scheint die Zeit reif, den schildbewehrten Kämpfer der Schwachen wieder auferstehen zu lassen. Betritt er rechtzeitig die Bühne dieses Dramas, um den Plan des Ober-Nazis Red Skull zu vereiteln? Im dritten Heft der Serie aus der "Die Wiedergeburt der Helden"-Reihe wird dem Leser langsam die Story der vorangegangenen Hefte klarer. Am Ende sthet dann aber ein weiter Cliff- Hanger - Cap liegt besiegt von "Crossbones" am Boden. Es bleibt also weiter spannend.

Das einzig rechtliche Problem dieses Teils der sich immer mehr in einander verwebenden "Wiedergeburt-der-Helden"-Saga sind die vielen Hackenkreuze. Während in den Vereinigten Staaten viele kommerzielle Erfolge gerade durch die bösen und doofen Nazis und ihre Symbole so erfolgreich wurden, darf man Hierzulande nur im Film Swastikas öffentlich zeigen. Das macht die Retusche an den Original unumgänglich, möchte man nicht das selbe Schicksal wie der ehemalige Volksverlag erleiden (nach einer Anzeige wurden im mehreren Buchläden und in den Verlagsräumen verschiedene Publikationen beschlagnahmt; nur bei einem Produkt wurden weiterleitende Maßnahmen getroffen - soviel zum Thema "mit Kanonen auf Spatzen schiessen"). Glücklicherweise fällt das im vorliegenden Band nicht auf. Die Frage, ob eine negative Darstellung des Dritten Reiches auf kommerziellem Sektor speziell in den Comics ebenso verwerflich, wie dessen Verherrlichung ist, bleibt somit weiter undiskutiert. Aber das ist ein anders Thema das "dumme deutsche Vergangenheitsverdrängung" heißt.



Captain America bietet einen kleinen Anflug an Kritik am "Amerikan Way of Live" und ansonsten Action, Helden und Spannung von routinierten Machern der oberen Mittelklasse. Solide Story, Unterhaltung und gute Zeichnungen der amerikanischen Art.