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Erschienen
Marvel Klassik #10 - Journey into Mystery
01/2001
Panini Verlags GmbH, Nettetal
260 Seiten / DM 59,90
Pünktlich zum Launch der neuen Thor-Serie bietet Marvel Deutschland den Nostalgikern unter den Comic-Freunden das zehnte Buch der Marvel-Klassik-Reihe "Journey into Mystery Nr. 83 - 100". Dieser Band beinhaltet die frühen Abenteuer des Donnergottes Thor, der im ziemlich zerbrechlichen Körper des Menschen Dr. Blake steckt.

Wer nach Klischees sucht, wird hier zuhauf fündig: Blake liebt seine Sprechstundenhilfe, die aber nur Augen für Thor hat. Die Bösewichter: Russen, Chinesen und Kommunisten aller Couleur - politische Agitation, wie wir sie aus den Geschichtsbüchern der Massenmanipulation eben kennen. Dieses Buch bietet über ein hundert Seiten des unvergleichlichen Jack Kirby, besonders die beiden Geschichten "Die Jagd nach dem Tomorrow Man" und "The mysterious Radio-Active Man" sind Perlen aus der Marvel-Schatztruhe. Leider sind nicht alle Geschichten von so hoher grafischer Qualität. Don Heck zeichnet sich vor allem durch unfreiwillig erheiternde Perspektiven und nervös wirkende, in einzelne Striche verzettelte Bilder aus (vielleicht ist es die rosa gefärbte Brille der Jugenderinnerung, aber bei den Rächern sah er einfach besser aus). Al Hartley (eher bekannt durch seine christlichen Comics, war wohl selbst den Produzenten zu schlecht und durfte glücklicherweise nur ein Heft zeichnen (da kommen nur die Liebhaber des italienischen Comics auf ihre Kosten, denn Fulgor sah nur unwesentlich schlechter aus).


Was fehlt ist ein Gastauftritt eines bereits bekannten Helden (heutzutage üblicher Promotion-Schachzug). Thor war selbst Held genug, um Popularität zu erlangen. Stoff für interessante Geschichten steckten schließlich in dieser Figur. Neben den Propaganda-Auftritten gegen die schon erwähnten politischen Feinde konnte man jederzeit auf den großen Schatz der nordischen Mythologie zurückgreifen, was später auch immer wieder getan wurde. Nicht nur Loki und Odin schafften so den Sprung an die Kioske Amerikas. Das Interesse an den nordischen Hühnen war zeitweise so groß, dass es eine eigene Reihe mit Geschichten aus Asgard und den restlichen Figuren von jenseits der Regenbogenbrücke gab.


Für die Menschen, die mit den Williams-Heften das Comic-Lesen gelernt haben, bietet dieses Album eine Vielzahl an Aha-Effekten. Die redaktionellen Seiten wurden oft von Thor begleitet und dieses Buch hat alle Vorlagen, die man damals verwandte.


Marvel Klassik #10 ist ein schöner Schmöker für den Comic-Freund im fortgeschrittenen Alter, der den einen oder anderen verregneten Abend versüßen wird.<