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Erschienen
klicktel Tarif 98
05/1998
klicksoft Computer GmbH, Dorsten
1 CD-ROM
Die Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes hat ohne jeden Zweifel bislang eher zu einer Verunsicherung innerhalb der Bevölkerung geführt, als daß sie die lange versprochenen umfangreichen Tarifsenkungen brachte: Noch allzu wenig Telefonnutzer lassen sich im Preselection- oder Call-by-Call-Verfahren auf einen teilweisen oder kompletten Wechsel zu einem anderen Anbieter als der Deutschen Telekom ein; und das, obwohl - oder gerade weil - die neuen Anbieter derzeit noch wie Pilze aus dem Boden schießen und die Tarife der Post-Nachfolgerin Telekom in allen Bereichen außerhalb des Ortsnetzes von ihnen teilweise sogar dramatisch unterboten werden.

Es spielen bei der Zurückhaltung zwei Faktoren eine entscheidende Rolle: Der Mensch ist ein "Faultier" und insbesondere der Deutsche allem Neuen zunächst eher abgeneigt. Da wartet die große Mehrheit erst einmal ab, wie sich "die Sache so entwickelt". Eine Haltung, die neue Techniken nicht gerade fördert. Mit in diese Haltung hinein spielt auch die Angst, man könnte durch einen Wechsel zu einem anderen Anbieter Nachteile erleiden: Eine Angst, die der bisherige Monopolist Telekom nach Kräften schürt. Da wird mit Wechselgebühren gedroht und die Konkurrenten werden mit immer neuen Prozessen überzogen - kein gutes Beispiel für den vielgepriesenen "freien Wettbewerb".

Der andere Grund für die bislang nur zögerliche Inanspruchnahme der neuen Anbieter ist der Tarifdschungel, den diese haben entstehen lassen: Zig verschiedene Taktzeiten, -preisen und Abrechnungsarten stiften unheilvolle Verwirrung.

Licht in das Dunkel des entstandenen Tarifewirrwars zu bringen, versprechen die verschiedensten Softwareanbieter und preisen zu diesem Zwecke Programme an, die - meist im absoluten Low-Cost-Bereich angesiedelt, um die Anschaffung durch kurze Amortisationszeiten zu rechtfertigen - die unterschiedlichen Anbieter zu den verschiedensten Zeiten vergleichen und individuell nach Tageszeit und Wochentag zum aktuell günstigsten Anbieter raten.

Eines dieser Programme ist "Tarif 98" aus der "KlickTel"-Reihe. Damit gesellt sich ein Tarifberater neben das bisherige Erfolgsprodukt "Klicktel 98", eine elektronische Telefonauskunft nach dem "D-Info-Prinzip".

Betrachtet man zunächst die "Haben-Seite": Der Tarifplaner ist mit einer relativ ansprechenden, wenn auch nicht besonders aufwendigen Oberfläche zumindest dem "KlickTel 98"-User sofort vertraut. Eine einfache, leicht verständliche Benutzerführung tun das ihre, um eine rasche Tarifermittlung zu gewährleisten - schließlich ist die Zeit ohne jeden Zweifel eines der vorrangigsten Kriterien für die Anwenderfreundlichkeit eines Produktes, das vor jedem Telefonat neu benutzt werden soll.
Weiterer Pluspunkt: Eine Kostenanalyse-Funktion bietet Hilfestellung bei der Frage, ob sich ein genereller Wechsel zu einem Anbieter mit Preselection lohnen könnte.

Das zunächst positive Erscheinungsbild des Tarifmanagers verfinstert sich allerdings relativ rasch, wenn es um die Praxisorientierung, die Updatefähigkeit und den Datenumfang geht. Es werden - wenn auch die größten, so doch nicht die günstigsten - nur sehr wenige Anbieter in die Berechnung mit einbezogen. Eine Eingabe von eigenen Tarifplänen ist nicht möglich, ein regelmäßiges Update neuer Tarife und neu hinzugekommener Anbieter via Internet - bei anderen Softwareanbietern längst Regel - ebensowenig. Es läßt sich nur eine sehr ungeeigneter Wochenübersicht erstellen, die zum Ausdruck und zur ständigen Verwendung auf keinen Fall geeignet ist.


Zieht man die Gesamtbilanz, dann wird klar, daß "Tarif 98" nicht mehr ist, als ein - immhin billig erstehbares - Gimmick, das keine echte Hilfe zur effektiven Kosteneinsparung auf dem Telekommunikationssektor geben kann.

Ein Trost: Bereits jetzt hat klicksoft die Version 2.0 auf den Markt gebracht, die - laut Pressemitteilung der Entwickler - die oben aufgeführten Schwachstellen beseitigen soll.
Schaun wer mal!