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Erschienen
Mad # 20
06/2000
Dino Verlag AG, Stuttgart
52 Seiten / DM 5,-
Globalisierung und Monopolisierung - ist man denn nirgends davor sicher? Erst schreibt Stefan Raab Songs für Gildo Horn, als nächstes verpestet er das Fernsehklima mit seiner "TV Total"-Show, in der er keinen Lapsus seiner Kollegen auslässt, dann zerrt er zwischen-zäunliche Tragödien ans Licht, singt im Butterbrot-Land für die deutschen Farben und nun dies: Raab soll Chefredakteur der deutschen MAD werden? Wo soll das enden? Raab als Bundespräsident mit einer Rede wieder den tierischen Ernst? Das wäre ja so, als würde ein popeliger Fernsehheld amerikanischer Präsident werden!

Stimmt es eigentlich, dass Zlatko und Stefan eineiige Zwillinge sind, sich aber Zlatko für eine Schönheitsoperation entschied? Singen können beide nicht und zusätzlich zeigen beide, wo der schlechte Geschmack beginnt - da liegt der Verdacht doch nahe!

Ändert Raab was an der MAD? Ja - er kommt aufs Titelbild! Sonst? Nein. Wer schon einmal fünfzig Mad-Hefte auf einmal gelesen hat, weiß, wie ein Sanatorium für psychisch Kranke von innen aussieht. Seit zwanzig Nummern liegt das Niveau - deutlich unter der Gürtellinie - zwischen dem amerikanischen MAD und dem glücklicherweise seit Ewigkeiten vom Markt verschwundenen "Kaputt". Das heißt: Eine gute Mischung aus genialer Verarsche des auch bei uns beliebten amerikanischen Lebensstils (da sträubt sich alles, bei der Verbindung "amerikanisch" und "Stil") und aktuellen deutschen Themen. Da intoniert "Bimbes-Helle" "Yesterday - all my troubles seemed so far away" und Sergio Aragonés zeigt, wie man das amerikanische Parkverbot vor Hydranten umgehen kann.

Die "MAD Classics" beweisen, warum die neuen "Spion & Spion"-Strips nur halb so witzig sind wie die alten und der nicht mehr ganz so aktuelle Film "The sixth Sense" wird in altbekannter und bewährter Weise auf den Arm genommen.

MAD ist und bleibt eine Institution - da kann auch Stefan Raab nix kaputt machen.