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Erschienen
Dylan Dog #1: Schatten
06/2001
Carlsen Verlag GmbH, Hamburg
96 Seiten / DM 6,00
Es sieht so ais wie ein Gespensterheft, es liest sich wie ein Gespensterheft aber es ist keines? Was mag das sein? Dylan Dog!

Was ist Dylan Dog? Erstens mal ein dünnes Taschenbuch aus dem Hause Carlsen. Schwarz/weiß ist auch eine richtige Antwort. Auf jeden Fall italienisch. Andere Länder, andere Sitten. Bei uns sind ja Comics erst mal Kinderkram oder Geheimtipp für unerschrockene Literaturliebhaber der besonderen Sorte. In vielen Ländern ist das anders. In Japan sind Comics Wegwerfartikel für die lange Zeit bis zur Arbeit. In Italien gibt es unzählige und zum Teil pornografische schwarz/weiß Comics jedes nur erdenklichen Genres. Da gibts Titten mit Weltall, Titten mit Krimi oder Titten mit Gewalt oder alles auch ohne Titten. Fließbandware für den kleinen Hunger zwischendurch. Die Qualität dieser Produkte ist zwischen grauenhaft bis gar nicht mal schlecht. Carlsen bringt nun den bekanntesten nicht Titten-Titel auf den deutschen Markt.

Das Taschenbuch sieht auf den ersten Blick nach einem Bastei-Titel aus. Es fehlt nur das Logo mit den Türmen. Im Inhalt wartet ein wilde Mischung von Vorschlaghammer-Klamauk, düster-düster-düster Klische-Story und blutigen Horror auf den Leser. Klinkt eigenwillig hat aber seinen Reiz. Dylan Dog ist ein ehemaliger Bulle, der sich nun als Privatdetektiv durchschlägt (wie neu). Sein Helfer ist einer der Marx-Brothers und stellt dauernd sinnlose Fragen oder gibt dergleichen Antwort. Dann dreht sich die Geschichte plötzlich um Kindesmorde der heftigen Art, mit fehlenden Köpfen und so. Hin und wieder wird der Leser auf ein falsche Fährte gelockt, nur um mit einem Schock wieder auf die bekannte und vorhersehbare Line gebracht zu werden. Klar kann Dylan den Sohn seiner Freundin nicht retten, und natürlich ist der erste Täter nicht der wahre Täter und der zweite auch nicht. Beide müssen genauso natürlich sinnlos sterben.

Das Ganze ist so stereotyp, dass es schon wieder gut ist. Gekonnt, ja fast virtuos, wird zitiert, wiederholt und kopiert. Genauso gekonnt sind die Bilder. Typisch italienisch, ein Hauch Manara, ohne große Patzer, sehr ordentliche Arbeit. Zwar sind die Bilder ohne Farbe, aber besser als der amerikanische Durchschnitt.


Wer also keine Angst vor John Sinclair mit Sprechblasen hat kann ohne Bedenken zugreifen!