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Ewald Fehlau
Erschienen
Ren Dhark Sonderband - Countdown zur Apokalypse
04/2000
Hansjoachim Bernt Verlag, Neuwied
190 Seiten / DM 19,80
Der Abschluss der Wiederveröffentlichung der deutschen Science-Fiction Heftchen-Serie Ren Dhark ist nicht mehr fern, und man darf gespannt sein, welche neuen Abenteuer der Haudegen erleben wird. Neben der Buchausgabe der alten Geschichten gibt es mittlerweile 6 Sonderbände, in denen sich neue Autoren im Dhark-Universum versuchen dürfen.

Mit "Gestrandet auf Bittan" und "Hexenkessel Erde" bewiesen die Autoren des HJB-Verlages, dass sie mit dem Erbe Kurt Brands, dem geistigen Vater Ren Dharks, gut umgehen können. Doch wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten.

Buch sechs der Sonderband-erie trägt den Titel "Countdown zur Apokalypse" - und ist auch einer.
Die Fortsetzung des fünften Bandes entpuppt sich als plattes Landser-Heftchen, das vor keinem plumpen Klischee halt macht. Dabei kommt zumindest auf den ersten Seiten ein wenig Raumpatrouille-Orion-Flair auf. Der Kampf zwischen dem irdischen Geheimdienst und seinen Verbündeten, den Robonen und den Tel, auf der einen Seite und dem "guten" Militär auf der anderen wird zum Teil auf Befehlsebene geführt. Taktische Truppenverlegungen und das Schaffen von Ausnahmesituationen um der eigenen Partei Vorteile zu verschaffen ist eine interessante Ergänzung zur "normalen" Kriegs-Action.

Sicher, die 200er und 300er Perry-Rhodan-Hefte waren die besten. Hier gab es mutige Helden, die für das größere Wohl ihr Leben gaben und es regnete Sturmtruppen über die Feindesplaneten. Alles ein wenig faschistisch, aber immer gut lesbar. An diese guten alten Zeiten des deutschen Science-Fiction-Romans denken viele Leser des Genres gerne zurück. Das wissen auch die Verantwortlichen in den Verlagen. Aber in diesem Fall wird der Krieg und das Morden so unkritisch glorifiziert, dass es weh tut.

Mit euphemistischen Umschreibungen wird die Folter und spätere Ermordung Kriegsgefangener (durch die "Guten") verherrlicht. Dabei haben die "Bösen" keine Chance - sie stellen sich einfach zu dämlich an. Ebenso dämlich ist der aus der Horror-Serie "John Sinclair" bekannte Kapitel-Einstieg mit Zeit und Datumsangabe: "16. August, Donnerstag, Tag X minus sechs, 18.00 Uhr Ortszeit, Timbuktu Terminal".

Ewald Fehlau, wer immer das auch sein mag, hat seinen Wehrdienst wohl schon hinter sich, es hagelt Zitate aus der Grundausbildung. Allerdings auch diese unkommentiert und zur Staffage reduziert.

Die Ren-Dhark-Serie machte bisher viel Spaß, der Mottenkisten-Touch und die vielen, gerade rechtzeitig in größter Not auftauchenden Fähigkeiten des Raumschiffes, der "Point of", sind ebenso spannend wie unterhaltsam. Hoffentlich verhilft das gefundene Script über Rens Zukunft aus der Feder Kurt Brands, ähnliche Fehlgriffe wie "Countdown zur Apokalypse" in der Fortsetzung der eigentlichen Serie zu vermeiden.