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Busiek / Pérez
Erschienen
Die Rächer #1
04/2000
Panini Verlags GmbH, Nettetal
100 Seiten / DM 5,95
Die Rächer standen seit ihrer Nummer eins für kompromisslose Superhelden-Action im Marvel-Stil - viel Feind viel Ehr und ein bisschen Zwischenmenschlichkeit auf Daily-Soap-Niveau.

Während des letzten Jahres mutierte die Serie zwar in ein Image-typisches Format, aber jetzt sind die alten Recken in gewohnter Frische zurückgekehrt. Der Anfang ist wahrlich furios - schon auf dem umlaufenden Titelbild tummeln sich knapp 40 Helden. Im Innenteil wird es auch nicht ruhiger, den verschiedenen Mythologien entliehene Monster traktieren alles, was mal ein Rächer war. Der ganze Aufwand wird nur betrieben, um eine einzige Person in die Falle zu locken.

Mystisch bleibt die Geschichte, heißen die Gegner heuer doch Mordredd und Morgan Le Fay.

Marvel belebt das aus den Williams-Zeiten schon vertraute Zwei-Helden-in-einem-Heft-Format. Das hatte schon immer seine Vor- und Nachteile. Mal schauen, ob die Italiener bei dieser Veröffentlichungsform bleiben. Zeichnerisch darf sich der Stammzeichner (der uns noch lange erhalten bleibt) George Pérez so richtig austoben. Bei jedem Panel scheint man zu spüren, wie großen Spaß es dem alten Mann macht, viele Helden in den Kampf zu schicken. Da weiß man zuerst nicht so recht, wo man hingucken soll.

Die lange Erfahrung als Zeichner wird besonders bei den Gesichtern deutlich. Jede Figur besitzt ein aussagekräftiges Minenspiel. Cap kann wichtig reden und lausbübisch pfeifen, besorgt dreinschauen oder entschlossen kämpfen. So wird die Geschichte schon auf Bildebene erzählt - eine Eigenschaft, die vielen modernen Unterhaltungs-Comics abgeht. Trotz der vielen feinen Striche bleibt das Gesamtbild klar und nachvollziehbar, auch auf turbulenten Seiten. Die bunte Farbgebung ist das I-Tüpfelchen, der Klecks Sahne auf der Erdbeertorte.

Okay, wer meckern will, kann selbstverständlich auch das tun. Warum ist Crystal zum Beispiel schon im Rächer-Hauptquartier, obwohl sie doch das Kindergeld beantragen soll? Oder warum hat sie diesen fiesen Silberblick? Der Story fehlt es an Tiefgang? Lest Strapazin (ist echt toll!)! Heh - hier geht es um Unterhaltung! Und die wird geboten, vom Allerfeinsten sogar! Da drückt sogar Beckmesser beide Augen zu und freut sich einfach an den bunten Bildern und lässt den lieben Gotte einen guten Mann sein (obwohl man bei der Schriftwahl der Asen vielleicht eine Fraktur-Schrift oder ähnliches hätte wählen sollen)...

Moderne Superhelden-Action auf die alte Art und Weise, tolle Story, tolle Bilder - einfach gut.