2017
 
 
 

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Luc Brunschwig / Servain
Erschienen
Warrens Schwur
01/98
Carlsen Comicverlag,
56 Seiten / 22,90 DM
Indianer und ihre mystischen Riten erfreuen sich schon lange großer Beliebtheit. Und alles für die heutige Wissenschaft unerklärliche boomt momentan, wie z.B. Akte X und Millenium. Genau das haben wir hier: Einen Massenmörder der die Rechte der Indianer äußerst blutrünstig unterstützt. Gewalt ist eines der Grundmotive in diesem düsteren, aber packenden Band. Also nichts für Kinder oder zarte Gemüter. Der Rest sei eingeladen auf dieser Reise durch menschliche Abgründe, den Sinn in dieser Geschichte zu finden. Denn am Anfang wird der Leser bewußt immer wieder auf falsche Fährten geschickt, um schließlich doch vor einem offenen Ende mit mehr Fragen als Antworten zu stehen. Aber der Weg ist das Ziel, denn die Reise macht einfach Spaß.

Die Story spielt im heutigen Amerika. Der Massenmörder Warren kann während einer psychologischen Untersuchung aus dem Gefängnis fliehen. Ganz im Stil von "Das Schweigen der Lämmer" schwankt man zwischen Bewunderung für den Intellekt des Täters und Abscheu gegenüber seiner Brutalität. Geboren währen der Hinrichtung seines Vaters in der Gaskammer, soll er das Volk der Navajos zu neuer Größe führen.

Die Navajos sind auch der Aufhänger für den mythischen Teil der Geschichte. Natürlich taucht auch hier das Ritual mit der verräucherten Hütte auf. Der Einklang des Menschen mit der Natur ist eine wichtige Sache, dient hier aber nur als weiteres Klischee um den Handlungsträger weiter zu mystifizieren.

So spielt die Story mit allem, was im Moment angesagt ist und braut daraus ein nettes Süppchen, das zu gefallen weiß. Tolle Unterhaltung, aber: Macht das nicht Zuhause nach, das ist gefährlich!