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Erschienen
Berserk #1
07/2001
Planet Manga, Nettetal
240 Seiten / DM 14,95
Bisher waren alle Massenmarkt-Mangas irgendwie lieb. Crying Freeman und Kosorten lebten ihr Dasein eher als Geheimtipp. Aber jede Zeit hat mal ihr Ende und mit Berserk hat nun auch der erste Brutalo-Manga seinen gut beworbenen Weg in den Comichandel gefunden.

Es fängt mit einer Beischlaf-Szene an, in der sich die breitbeinige Maid mitten im Liebesakt in einen Dämon verwandelt, der alsbald im Lagerfeuer verbrennt. Weiter geht es mit einer Wirtshausschlägerei, wohl besser -schlachterei. Pfeile durchbohren Schädel wie Salzstangen die Butter und ein riesiges Schwert teilt auch immer öfter die Gegner mal horizontal, mal vertikal. Menschenfressende Schlangenmonster, besessene kleine Mädchen, wandelnde Tote, nichts aus der Horror-Ecke wird ausgespart. Schlachtermeister ist der undurchsichtige Guts. Seinen Hals schmückt ein Brandmal, dessen Herkunft sicher bis Band 15 oder so erklärt werden wird. Auf den ersten Seiten dieses Bandes rettet Guts (engl.=Gedärm) aus Versehen die Elfe Puck (das wird doch nicht die von Shakespear sein?) welche mit ihrer Fürsorge dem Guten schnell auf die Nerven geht - und das kann gefährlich sein. Sie ist übrigens die Einzige mit den bekannten Heidi-Augen, der Rest hat diese großen Augen nur kurz bevor sie aus dem Schädel gequetscht werden.

Zu Beginn jedes Kapitels gibt es einige Seiten schöner, in Halbtönen gehaltener Manga-Art, die übrigen Seiten liefern solide Japan-Qualität samt unumgänglicher Speedlines, grober Raster und in diesem Fall eimerweise Blut.

Berserk lebt in Japan von der Mischung aus gewohnter Selbstaufgabe des Helden gegenüber der Aufgabe/Arbeitsstelle/Familie (je nach Genre), Gewalt und Sex/Horror und dem exotischen Flair des Mittelalters. Sex und Horror tauchen im Manga und Anime gerne gepaart auf, da kann man bei seinen feuchten Träumen mit großäugigen Mädels leicht ins Schwitzen kommen. Bei uns wird dieses Comic wohl von der Mischung aus bekanntem Mittelalter, Horror und Exotischem wie zum Beispiel der Selbstaufgabe des Helden gegenüber der Aufgabe/Arbeitsstelle/Familie, Sex und Gewalt leben.


Neben den erwähnten Stilmitteln gibt es auch eine in diesem Band noch ziemlich vage Hintergrundstory, die in den nächsten Bänden weiterentwickelt werden wird. Das Spiel zum Comic ist übrigends eines der blutrünstigsten auf der Spielkonsole Dreamcast, das es gibt, da hat sich jemand bei der Umsetzung richtig Mühe gemacht.