2017
 
 
 

Rezensionen

Editorial
Gästebuch
Archiv
Links
Kontakt

Suchmaschine

 
Weitere Artikel nach
Autor
Weitere Artikel nach
Titel

 

 

Drucken | Kommentar erstellen

_____________________________

Hayao Miyazaki
Erschienen
Nausicaä aus dem Tal der Winde #1
07/2001
Carlsen Verlag GmbH, Hamburg
128 Seiten / DM 19,00
Was, Sie mögen Mangas wegen der "Heidis" (kleine Mädchen mit großen Augen) nicht? Wir wissen nicht , was der freundliche Tankwart empfiehlt, aber der Carlsen Verlag hätte das Nausicaä. Dieses alte und bewährte Mittel lindert diese Beschwerden sicherlich. Erschwerend kommt hinzu, das der Zeichner Hayao Miyazaki auch Heidi gezeichnet hat. Aber nicht nur das, sondern auch den hoch gelobten aber irgendwie untergegangenen Film Prinzessin Mononoke. Zu dem vorliegenden Band gibt es eigentlich nur eines zu sagen: LESEN!!! Okay, lesen und Manga widerspricht sich sehr oft, um so schöner sind da für uns europäisch geprägte Leser die wenigen Ausnahmen.

Erster Eindruck:
Auf einer Seite sind durchschnittlich zehn Bilder, und es gibt jede Menge gefüllter Sprechblasen. Später wird man feststellen, dass es hier eine richtige Geschichte zu entdecken gilt. Darüber hinaus fallen die einfarbigen, in einem dunklen Braun gedruckten, Seiten auf, die zusammen mit dem groben Papier dem Album einen eigentümlichen Charakter geben. Dann sind da noch eine farbige ausklappbare Landkarte und ein beigelegtes farbiges Poster. Es lässt sich also gut an.

Die Story:
Die Welt von Nausicaä liegt nach dem sieben tägigen Krieg in Schutt und Asche. Motoren werden in Bergwerken aus den Ruinen der alten Städte geborgen, denn man kann sie nicht mehr herstellen. Ein Großteil der bekannten Welt wird von dem sich immer weiter ausdehnendem Meer der Fäulnis bedeckt. Hier gibt es Säureseen, aggressive Rieseninsekten und giftige Sporen. Das Tal der Winde ist ein kleines Königreich am Rande des Meers der Fäulnis und Nausicaä ist die Prinzessin. Sie hat ein gutes Händchen mit den Tieren und Menschen. Regieren und das Fliegen liegen ihr im Blut. Ihr Interesse liegt jedoch in der Welt des Meeres der Fäulnis. Sie hat herausgefunden, das die giftigen Sporen von den Pflanzen nur produziert werden, wenn sie sich von dem im Krieg vergifteten Wasser ernähren. Man sollte meinen, die Welt hätte von der Katastrophe gelernt. Doch schon wieder zieht ein Bündnis gegen ein anderes in den Krieg und Intrigen beherrschen die Gedanken der Herrschenden und zählen mehr als das Wohlergehen der Untertanen. Als die junge Prinzessin in den Krieg zieht, wird ihr Luftschiff zur Landung im Meer der Fäulnis gezwungen. Dort entdeckt sie das Geheimnis dieser menschenfeindlichen Welt: Sie säubert die Erde von den Giften des Krieges. Dieser Prozess der Heilung hat eine bewohnbare Zone im Zentrum dieses Gebietes geschaffen.

Hört sich nicht schlecht an und liest sich noch viel besser. Die Gestalten sind nicht so platt wie man es beim Schöpfer der Heidi-Zeichntrick-Filme befürchten könnte und die Geschichte ist europäischer als bei Prinzessin Mononoke. Nach sieben Bänden soll der Spaß vorbei sein, bei der vierteljährlichen Erscheinungsweise bedeutet das für den Komplettleser knapp zwei Jahre Wartezeit.


Wenn eine Geschichte nach zwanzig Jahren immer noch begeistern kann zählt sie zu den zeitlosen Klassikern und dieses Prädikat hat sich Nausicaä verdient.