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Titel:
Erschienen
Corto Maltese - Venezianische Legende
07/98
Autor:
Hugo Pra
Verlag: Carlsen Comics, Hamburg

Seiten / Preis: 128 Seiten / DM 42,00

 

Hugo Pratt war mit den Alben "An einem fremden Himmel" und "Sein letzter Flug" schon zweimal zu Gast in der Parnass. An seinem Zeichenstil ändert der Meister auch hier nichts. Einzig die Farben sind bei Carlsen etwas dezenter, was der Geschichte entgegenkommt.

"Venezianische Legende" ist ein weiteres Kapitel aus dem Leben des Glücksritters Corto Maltese. Wie viele gute Comics brachte das Comic Magazin "Zack" Corto dem deutschen Leser näher; leider entsprach Pratt nicht ganz dem Geschmack des comicmagazinkaufenden Publikums jener Zeit, und so endete erst einmal Cortos (Comic)Leben bei uns.

Wie in seinen sonstigen Geschichten erzählt Pratt eher von Gefühlen als von Abenteuern, obwohl "Venizianische Legende" schon fast - zumindest für Pratt - eine Action-Story ist. In dieser sucht Corto in Venedig einen Smaragd mit dem Namen "Das Schlüsselbein Salomons". Dabei folgt er den Spuren und Hinweisen aus dem Tagebuch des Baron Corvo. Unser Held gerät mal wieder zwischen die Fronten der örtlichen Reibereien: Faschisten, Freimauerer, Liebende und Suchende leiten, verleiten, warnen und helfen Maltese bei seiner Suche.

Leider hat dieses Abenteuer nicht die Stärke seiner Vorgänger. Die Geschichte kommt irgendwie nicht richtig zu Potte. Weder Fisch noch Fleisch - hier weder Abenteuer noch magischer Liebesroman. Es sterben diverse Leute, aber keiner so richtig tragisch oder wichtig. Einzig das Vorwort des Zeichners ("Eine venezianische Großmutter") kann durch die Einblicke in den Menschen Hugo Pratt und durch die schönen, das Vorwort illustrierenden Aquarelle überzeugen.

Zwei Artikel über die Freimaurer verhelfen dem Band zu seinen 128 Seiten. Warum aber wird diesem Thema ein so großer Raum gewidmet, spielen doch die auftauchenden Freimaurer eher Nebenrollen, und auch diese eher wegen ihrer menschlichen Verstrickungen und weniger wegen ihres Freimaurertums. Auch trägt das Aufreihen der Symbole der verschiedensten Grade der Freimaurer nicht zum Verständnis bei. Eher zur weiteren Mystifizierung des Themas. Schade.

"Corto Maltese - Venezianische Legende" ist nicht schlecht, doch Pratt war schon besser.