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Mézières / Christin
Erschienen
Jenseits von Zeit und Raum
07/98
Carlsen erlag GmbH, Hamburg
128 Seiten / DM 26,90
Die Science-Fiction-Serie "Valerian und Veronique" des Texters Christin und des Zeichners Mézières ist ein Klassiker dieses Genres. Spannende und manchmal lustige Geschichten mit einem guten Schuß Gesellschaftskritik gibt es selten, und noch seltener so gut.

In dem neuen Band "Jenseits von Raum und Zeit" sind alle Kurzgeschichten aus "Super Pocket Pilot" zusammengefaßt. Carlsen hat die beiden Kurzgeschichtenbände aus der Reihe 16/22 also zu einem Album gemacht, wer die alten Bände hat, findet hier nichts neues.

Die Geschichten fanden in Deutschland ihre Erstveröffentlichung in den frühen 70ern in den Zack-Paraden. Seitdem erfuhren die Storys des Raum-Zeitagenten Valerian und seiner hier nur in zwei Geschichten auftauchenden Partnerin Veronique eine Runderneuerung. Die Carlsen-Übersetzung ist gut, das Handlettering ist schön (besonders der Wackel-Effekt in "Triumph der Technik"), die Farben sind etwas dezenter und die Farbsprünge (die Eingeborenen waren mal braun mal grün) sind beseitigt. Auch die Verarbeitung des vorliegenden Comics kann gefallen: Die einzelnen Bögen wurden fadengeheftet und erst dann verleimt; das verbessert nicht nur die Haltbarkeit, sondern auch das "Aufschlag-Verhalten" des Albums.

Mézières begann die ersten "Valerian und Veronique" im Funny-Stil. Bei den hier veröffentlichten frühen Geschichten merkt man das den Bildern ab und an durchaus noch an. Die Storys sind im Gegensatz dazu nicht nur spannend und unterhaltend, sondern immer auch die Reflektion wert. Die Handlungen und Entscheidungen des Helden haben Konsequenzen, mit denen er sich auseinandersetzen muß. Dabei reicht das Spektrum der Geschichten von düster, besinnlich, actionreich bis überzeichnet und ironisch.

Als Beispiel kann die bereits erwähnte Geschichte "Triumph der Technik" angeführt werden: Valerian soll mit kleinen Geschenken die Einwohner einer fremden Welt überreden, der Errichtung einer Funkstation zuzustimmen. Leider können die "Wilden" bessere Illusionen erzeugen als der irdische Projektor, schneller rennen als der Geländewagen, auch ohne Raketenrucksack fliegen und sie können ein Kraftfeld mit einem Fingerschnippen auflösen. Nur weil sich die Antennen der Anlage so schön drehen stimmen die Eingeborenen dem Bau zu. So kann Valerian über das Lob seines Vorgesetzten ("... Und ich möchte unserem Freund Valerian danken, der wieder einmal der irdischen Technik zu einem Triumph verholfen hat!") nur lachen.


Wer die Serie "Valerian und Veronique" nicht kennt und Kurzgeschichten mag: ZUGREIFEN!!! Für Fans der Serie, die die Bände aus der Serie 16/22 nicht besitzten, ein Muß!