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Erschienen
Sillage #1: Feuer und Asche
07/1999
Carlsen Verlag GmbH, Hamburg
48 Seiten / DM 19,90
Mal wieder ein erster Band einer Fortsetzungsgeschichte. Es gibt scheinbar keine Erzähler/Zeichner mehr, die eine Geschichte in einem Band erzählen können. Allerdings sichert man sich mit Fortsetzungen guter Titel einen sicheren Absatz, außerdem können damit einzelne Facetten der Geschichte genauer beschrieben werden.

Sillage ist ein gigantischer Konvoi von Raumschiffen, ständig auf der Suche nach neuen Lebensräumen und Ressourcen. Aus der Sicht der letzten Überlebenden eines Raumschiffabsturzes wird der Leser in die Geschichte um diesen Weltraumkonvoi hineingezogen. Nävis lebt als Wilde im Schutz eines dem Säbelzahntiger ähnlichen großen Raubtieres in einem riesigen Urwald. Das Wrack des Raumers dient ihr als Höhle. Erzogen wurde sie von mittlerweile inaktiven Robotern. Auf Sillage herrscht beim Volk der Hottarden Krisenstimmung. Die insektenartigen Wesen sterben in ihren Raumschiffen und brauchen dringend einen Planeten um weiter zu leben.

So treffen die beiden Gruppen aufeinander. Sofort befiehlt der Herrscher der Hottarden mit der Umformung des Planeten. Die Hottarden brauchen ein sehr heißes Klima. So wird eine Maschine in Betrieb genommen, die den Planeten der Sonne annähert. Dadurch stirbt der Urwald. Um keine intelligenten Lebensformen zu vernichten, werden Späher ausgeschickt. Doch sie können Nävis Gedanken nicht lesen und halten den Planeten somit für unbewohnt. Eine klassische Ausgangssituation also.

Aus Zufall schießt Nävi das Schiff des Spähers ab. Der kann seinen Geist gerade noch durch das Eindringen in Nävis Körper retten. So erfährt die kleine Wilde um das Schicksal ihrer Welt. Es gelingt ihr, die Arbeitsdrohnen der Hottarden zur Rebellion gegen ihre Herrscher aufzustacheln.
So nimmt eine Geschichte ihren Lauf, die durch unkonventionellen Wendungen interessant und amüsant ist.

Kräftige Farben und klare Linien bestimmen die Bilder. Natürlich ist Nävi ein unglaublich hübsches Kind. Neckisch geschminkt, mit kleinen - nackten - Brüsten und knappem Slip kann man ihr den letzten Überlebenden auf einer fremden Welt nicht richtig abnehmen. Aber hübschen Frauen verzeiht das tierischen Unterbewußtsein der männlichen Leser wie immer viel. Insgesamt sind die Bilder schön anzusehen und besonders der dümmliche Gesichtsausdruck der Arbeitsdrohnen verleiht dem Band viel von seiner unterschwellingen Ironie, besonders wenn einer der Arbeiter sich fragt. "Hält die uns für blöde...?".

Zum Schluß landet Nävis auf Sillage.


"Sillage - Feuer und Asche" endet mit einem offenen Schluss und man darf gespannt sein, welche Rolle Nävis für Sillage spielen wird. Die Geschichte ist kurzweilig, unterhaltsam und teilweise überraschend.