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Dufaux / Adamov
Erschienen
Die rote Kaiserin
08/2000
Splitter-Verlag GmbH, München
48 Seiten / DM 26,80 (Hardcover)
Splitter, dieser Name war lange Synonym für Comics aus dem amerikanischen Image Verlag. Dann wurden Splitter alle Lizensen entzogen und die ganze Welt redete von Ende des Splitter Verlages. Dieses Vorurteil geistert noch immer durch manche Köpfe, und so wurde die Präsens des Splitter Verlages in Erlangen als Ausverkauf gedeutet.

Aber Totgesagte leben länger und Splitter hatte neben den alten Alben auch neuen Produktionen am Stand. Eine davon ist das vorliegende Album "Die rote Kaiserin".

Schon auf den ersten Blick kann dieses Comic seine französische Herkunft nicht verleugnen. Wer "Im Schatten des Neumondes" kennt, wird den Zeichner Adamov gleich wiedererkennen. Viele Details ohne sich darin zu verlieren, keine Fehler, menschliche Proportionen, die Flächen nur mit minimalen Strichen texturiert - solide, routiniert und einfach gut.

Die Story ist in einem fiktiven Russland mit Zar, Militär, Kirche und vielen skrupellosen Gruppierungen angesiedelt. Schon auf den ersten Seiten sterben unzählige ungenannte Statisten. Abgetrennte Gliedmaßen liegen überall herum. Adamov zeichnet nicht für Kinder. Das Nacktheit hier kein Tabu ist dürfte klar sein.

Besonders der zweite Teil des Albums ist der Kaiserin und ihrer persönlichen Art, den sexuellen Höhepunkt zu erreichen, gewidmet. Immer mit in bisschen Politik vermengt, entsteht so ein düsteres und vor allem blutiges Bild einer unbekannten Gesellschaft, in der vor allem die Intrige das Leitmotiv der meisten Mitspieler ist.

Im ersten Band wird versucht, eine möglichst packende Geschichte mit vielen interessanten Personen zu skizzieren. Das gelingt den beiden Machern Adamov und Dufaux auch recht gut, nicht zuletzt durch den geballten Einsatz von Sex und Gewalt. Dabei ist kein amerikanischer Action-Comic herausgekommen.


"Die rote Kaiserin" besticht wie schon "Im Schatten des Neumondes" durch die verrotteten Kulissen. Mal venezianisch, dann wieder monumental, Adamov bedient sich geschickt wo es gerade passt. Natürlich bleiben tausend Fragen offen, trotzdem ein schönes Album.