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Masakazu Katsura
Erschienen
Video Girl AI
08/2001
Carlsen, Hamburg
192 Seiten / DM 12,00
Es gab Zeiten, da musste man gute Bekannte haben, um mal ein Manga lesen zu können und nur Spezial-Magazine nahmen sich dieses Themas an. Wer heute über Comics bescheit wissen will, kommt an den meistens schwarz/weißen Taschenbüchern nicht mehr vorbei. Es scheint als würden monatlich neue Serien auf den Markt kommen.

Video Girl AI ist ein neuer Titel, kommt bei Carlsen raus, und ist ein typischer Vertreter seines Standes. Ordentliche Zeichnungen, deren durchschnittliche Qualität deutlich über dem von anderen internationalen Titel liegt (für den Vergleich mit Sailer Moon hab ich schon ordentlich Prügel bezogen, finde ich aber immer noch treffend), und eine auf über tausend Seiten angelegte Handlung, die bei Gefallen auch gerne mal verlängert wird.

Wie bei Mädchen-Mangas nicht selten gibt es eine klitze kleine Prise Sex, gerade genug, um pubertierende Gedanke in Wallung zu bringen, aber nicht zu viel um verstörend zu wirken. So zeigt AI Amano mal die ihrer Meinung nach viel zu kleinen Brüst und rückt dem armen, vor Liebeskummer kranken Yota, auch mal ziemlich dicht auf die Pelle. Klar gefällt das auch auspubertierten Erwachsenen, die Angst vor Partnern haben, die auch mal Nein sagen können - Leider. Deswegen ist Video Girl AI aber kein Kinderporno. Die Geschichte dreht sich mehr um die Ängste, Hoffnungen und Blamagen die es bei der ersten riesigen Liebe geben kann. Wenn zum Beispiel die vergötterte einen bittet, ihr bei der Eroberung eines anderen zu helfen, und man auch noch hilft. Oder wenn man dem Ziel seine Träume auf Millimeter nahe kommt, sich aber nicht traut die Initiative zu ergreifen und dieser Moment des möglichen Glücks in einer weiteren Niederlage vor der eigenen Schüchternheit wird.

Das Grundgerüst der Story ist nicht wirklich neu. Yota ist ein durchschnittlicher Junge (die sehen aber in Japan verdammt gut aus und haben wenn dann nur als Spannungsmoment einen Pickel) und unglücklich in Moemi verliebt. Als Trostspender leiht er sich bei einem aus dem Nichts auftauchenden und genauso plötzlich verschwundenen Alten Mann ein Video aus. Diesem Video entsteigt ein Mädchen: Ai (Godess ick hör dir poltern). Ai ist die forsche, die Yota immer wieder in Situationen drängt, die er kaum bewältigen kann, sehr zur Freude des Lesers. Und hin ud wieder scheint es so, als würde der Junge eher in Ais Armen liegen, als in denen seiner Moemi.

Video Girl Ai ist unglaublich dicht bei der Schilderung der ersten Liebe und der ersten Schmerzen mit der Liebe. Wer mal durch diese Zeit ging, wird sich auf diesen Seiten wieder finden. Denen, die dieser Zeit noch entgegensehen oder mitten drin stecken, könne schon mal sehen, was auf einen zukommen kann. Leider mahlt auch diese Geschichte ein leicht verkäufliches buntes Bild (bitte nicht wörtlich nehmen, die Seiten sind schwarz/weiß), das nur in der Verklärtheit des Alters stimmten kann. Hier wird keine Hilfe für Teenager in Not gegeben, nur ein wenig Ablenkung und Unterhaltung - die dafür ist herzallerleibst.