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Daniel Pizzoli
Erschienen
Blueberry Monographie: Ein Yankee namens Blueberry
01/1999
Ehapa Verlag, Berlin
96 Seiten / € 25,50
Der beste Western-Comic wird von Ehapa mit einer eigenen wissenschaftlichen Abhandlung geehrt. Der Pariser Daniel Pizzoli hat in akribischer Kleinarbeit die vielen Facetten in den Comics um den verwegenen Bewohner des wilden Westens Blueberry beleuchtet.

Zuerst wendet sich der Autor der Bildersprache zu. Auf den Strich genau und durch viele Beispiele belegt wird die grafische Entwicklung penibel genau nachgezeichnet. Hier erfährt man auch einiges Interessantes. Beispielsweise wo und wie Giraud sein Handwerk erlernt hat, und daß der Meister zum Helfer des Thronfolgers wurde.

Wesentlich unklarer ist die Betrachtung des Inhaltes der Alben. Die Inhaltsangaben sind kurz und bündig - wer wissen will, was in den Comics passiert, sollte diese lesen - doch bei der Auflistung der Charaktere wurde ein nicht allzu glücklicher Mittelweg zwischen Auflistung und genereller Übersicht gewählt. Als Fazit bleibt eigentlich nur die Erkenntnis, daß es zu allen in den Blueberry-Geschichten auftauchenden Typen gute, bösen und zwischen diesen Polen liegende Variationen gibt.

Pizzoli gibt so gut wie keine Kommentare oder Wertungen, er verwaltet die Tatsachen und listet sie auf. Auch wenn am Anfang eines Absatzes eine Frage steht - der Autor beantwortet diese selten. Es fehlt eine kurze wertende Zusammenfassung.

So bleibt diese Monographie eine Materialsammlung, die zwar den positiven Eindruck der Alben fachkundig unterstreicht, aber keine fundierte Kritik darstellt. Die vielen Bildbeispiele sind schön, doch wer alle Alben hat, bekommt zu wenig Neues zu sehen. Schön ist das Beispiel aus Chaliers Drebuch und Girauds Umsetzung.

Auch die Blueberry-Ableger, in denen andere Autoren und Zeichner einzelne Aspekte in Blueberrys Leben erzählen, werden - wenn auch nicht so detailliert - behandelt. Das letzte Kapitel "Die komplette Blueberry-Comicographie für den Sammler" bildet leider nur die bei Ehapa erschienenen Cover ab. Zwar sind die Daten scheinbar komlett, doch hätte sich gerade der Sammler über die Abbildung aller bisher erschienenen Cover gefreut.


Was noch zu Giraud anzumerken wäre: Er versuchte die Wirkung seines farbigen und flächigen Zeichentechnik aus den John-Difool-Alben auf die Western-Comics zu übertragen. Das Ergebnis "Missisipi River", übrigens eine weitere Zusammenarbeit mit Chalier, erschien 1981 im Volksverlag.