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Tschingis Aitmatow/Georg Kürzinger
Erschienen
Ferne Heimat Kirgisien
08/99
Knesebeck-Verlag, München
145 Sei
Mit "Dshamilja" hat Tschingis Aitmatow "die schönste Liebesgeschichte der Welt" erzählt - bis heute wurden die Romane und Erzählungen des kirgisischen Autors in neunzig Sprachen übersetzt. In seinen intensivsten Passagen rührt Aitmatow über alle kulturellen und geopolitischen Grenzen hinweg an das allgemein Menschliche. Seine Figuren, so untrennbar sie auch in ihrer Heimat verwurzelt sind, lassen uns unser eigenes Glück, unsere Sorgen und Nöte erkennen; sie sind Mittlergestalten zwischen den Kulturen, schlagen Brücken zwischen Orient und Okzident. Auch hierzulande liegt in den Botschaften seines gesellschaftspolitischen und ökologischen Engagements gewaltige Sprengkraft.

Doch wie sieht die "ferne Heimat" Aitmatows aus, in der "Danijar", der Paßgänger "Gülsary" und "Der erste Lehrer" zu Hause sind? Über neunzig Prozent Kirgisiens bestehen aus Gebirge, die Hälfte des Landes liegt über 3000 Meter. Hier wuchs Aitmatow mit den uralten Mythen und Legenden der Kirgisen unter Gebirgsnomaden auf, einem Volk, dem seit Tschingis Khan immer wieder fremde Herrscher die Freiheit und die kulturelle Identität rauben wollten.

Die Fotos von Geirg Kürzinger zeigen eindrucksvoll, wie stark ein Volk sien muß, um sich dort zu behaupten. Der Fotograf hat sich, fasziniert von den Figuren Aitmatows, mit seiner Kamera auf die Suche nach den selten gewordenen Erben der Nomandenkultur am Ende des 20. Jahrhunderts gemacht. Mit seinen Fotografien zeichnet er ein ethnographisches Dokument in einfühlsamer Bildersprache, aus der Achtung vor der Würde dieses Volkes spricht. In seinen Bildern blicken uns von Sonne und Wind gegerbte Gesichter an, die von der Härte des Lebens erzählen und tief in die Seele dieses Volkes Blicken lassen; er fängt fröhliche Festgelage ien, wilde Wettkämpfe und unbeschwerte Kinder, die inmitten von Pferden und Schafen und mit einer grandiosen Natur aufwachsen, in der doch der "Fortschritt" unaufhaltsam Einzug hält.

Im Wechselspiel von Text und Bild gelingt Kürzinger und Aitmatow ein hoffnungsvoller Beitrag zur Völkerverständigung und zum interkulturellen Dialog.

(Pressetext des Verlages)