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Erschienen
Batman Time Warp III
09/2000
Dino Verlag, Stuttgart
274 Seiten / DM 39,90
Mit dem Scenario von Niemandsland haben die Götter bei DC Batman aus einer Einbahnstraße befreit. Was sollte auch noch Neues in Gotham passieren? Jetzt sieht es ganz anders für den Ritter der Nacht aus. Diese Freiheit lässt Platz für interessante und abwechslungsreiche Geschichten.

Von dieser Freiheit profitiert der Batman Time Warp III und bringt 7 Geschichten in 6 Heften.

Zuerst die Ausnahme: Heft 54 bringt einen frustrierten Superman (Supie hat schon mal Welten verschoben und Häuser in Sekunden gebaut, hier versagt er - Wann werden die Kräfte Supermanns mal festgelegt?) und eine eher konventionelle Story um Erpressung im althergebrachten Batman-Stil. Beide Storys sind auf ihre eigne Art schlecht gezeichnet. Da es auch keine signifikanten Schlüsselszenen für die Niemandsland-Story gibt hätte man sich diese Ausfälle sparen können.

Aber die restlichen Hefte machen alle, auf unterschiedliche Art, richtig Spaß.

"Brot und Spiele" erinnert zeichnerisch an Grendel, Alles eher grob aber mit einem naiven Touch. Der Pinguin hält Hof und das Volk darf sich an Kampfspielen erfreuen. Natürlich findet Batsie einen Weg, den üblen Vogelwicht zu berlisten.

"Mosaic" glänzt mit einer dichten Story, sogar mit Tiefgang wenn man ihn sehen will. Black Mask nutzt die Ungewissheit um eine Art Kult oder Religion zu etablieren. Mit dieser Macht versucht er das Revier der Blue Boys zu übernehmen. Das bringt Barbara Godon in Gefahr, die wir Leser hier nicht das letzte Mal mit dem Gewehr in der Hand sehen. Das Batman eine andere Batwoman zulässt ist ihr natürlich nicht recht, und so kommt es zu einer emotionsgeladenen Auseinandersetzung zwischen ihr und Batman. Auch wird in dieser Geschichte das erste Mal das Gefängnis von Gotham gezeigt. Die Frage, was Batman dort zulässt, wirft ein neues Licht auf die Entschlossenheit der Fledermaus. Eine dreckige Geschichte mit einem an Klaus Janson erinnernden Strich - Passt! Von der Geschichte kann es nun nur noch schwer besser werden, aber zeichnerisch haben die anderen Hefte einiges drauf.

Deodato bedient sich reichlich bei Breyfogle und "Das Kainsmal" geht zeichnerisch in Richtung der momentan angesagten Dreamweave Hefte wie Dark Minds oder Warland. Auch dieses Heft bringt mit Caines Tochter wieder eine wichtige Person in die Niemandsland-Welt.

Den Abschluss bildet "Nomansland # 0 - Zero Ground". Hier werden viele Fragen beantwortet. Nur warum Batman sich so lange von Gotham abgewendet hat, wird leider nicht schlüssig erzählt. Aber Bruce darf wieder einmal sei Outfit aus Jahr eins tragen, Huntress probiert das Batgirl-Kostüm aus und Poison Eve bekommt ein neues Zuhause. Besonders der Sub-Plot mit der Freundin der Pflanzen überzeugt (okay, wie können sich die Verbrechensbekämpfer in der Ruine Gothams so viel Zeit für eine Person nehmen?). Trotzdem stark und packend erzählt.

Batman Time Warp III macht Laune und der Schuber macht sich richtig gut im Comic-Regal. Poster und Aufsteller sind auch nett - bis auf die erwähnte Ausnahme nur zu empfehlen. Aber Vorsicht! Wer auf den Geschmack gekommen ist hat noch eine Menge Batman Hefte vor sich, bevor die Niemandsland Storyline beendet sein wird.

Suchtgefahr nicht ausgeschlossen.