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Peterson / Puckett / Scott
Erschienen
Batgirl
09/2001
Paninicomics, Nettetal
96 Seiten / DM 9,95
Batgirl ist das bessere Spidergirl! Okay, da haben die Leute bei DC vielleicht etwas bei Marvel spioniert und den Erfolg der Spidergirl-Seie versucht zu kopieren, aber wenn das Ergebnis so stimmig ist wie in diesem Fall, verzeiht man die marktpolitischen Hintergründe gerne.

Warum ist Batgirl das besser Spidergirl? Dazu blicken wir erst einmal zurück auf die junge Netzwerferin. Mit frechem Witz und unverdorbener Naivität hauchte sie dem immer wieder langatmig werdendem Sprechblasenmarkt wieder Leben ein. Endlich konnte man einem Superhelden beim Erwachsen werden über die Schulter schauen. Das war ja schon bei ihrem Vater, der Spinne, das Erfolgsrezept.

Bei DCs neuester Mantelträgerin ist das genauso. Zum ersten Mal sah man ja das neue Batgirl im Time Warp III (das den Leser durch die falsche Reihenfolge der Geschichten [Heft 57 spielte noch vor Heft 55] verwirrte). In Mark of the Kain durfte man schon mal einen Blick auf die namenlose Killerin werfen, die nun die Fledermaus auf der Brust trägt. Im vorliegenden ersten "Batman präsentiert" Heft darf man sich an den erste vier Heften der Serie erfreuen.

DC geht einen Schritt weiter als Marvel. Batgirl hat eine besondere Vergangenheit. Als williges Werkzeug des Profikillers Kain wurde Batgirl unter Ausschluss jeden sozialen Kontaktes herangezogen. So kann sie (vorsicht Comic-Logik) Körpersprache lesen und so Bewegungen schon im Ansatz erkennen. Doch irgendwo in diesem Killer steckt auch ein kleines Mädchen, dass seinen Platz in dieser Welt finden muss. Diesen Platz erkämpfen fiele ihr leicht, doch sie muss ihn finden, und Batman ist ihr harter Lehrer. Die Mutterrolle übernimmt Barbara Gordon, das alte Batgirl - Entschuldigung, das erste Batgirl.

Auf 96 Seiten verwöhnt dieses Comic mit den vom Graffiti-Stil beeinflussten Stil Damions Scotts. Das jugendliche Flair der Bilder passt hervorragend zur Story. Viel Schwarz, viel Schatten, nicht immer anatomisch korrekte Figuren die aber, wie schon oben erwähnt, stimmig sind. Hier ein Schuss Quesada, da ein paar Manga-Speedlines - eine klasse Klasse für sich. Und da überrennt Batgirl Spideys Tochter, die besonders im Grafischen enttäuschte.

Zwei Wehrmutstropfen zum Schluss: Das Heft endet mit einem Cliff-Hanger. Batgirl in einer gefährlichen Situation. Nachdem sie das Lesen gelernt hat, verliert sie scheinbar ihr Gespür für die Körpersprache und unterliegt in einem Kampf gegen eine unbekannte. Wie es weitergeht? Panini hat Einsicht und bringt die nächsten Hefte schon nächsten Monat heraus.

Das zweite Negative ist die Übersetzung (ein altes Thema). Gutes Glück? Das ist kein mir bekanter deutscher Ausdruck und sieht nach einer Computer-Übersetzung von Good Luck (einfach nur "Glück") aus. Schneidet sie!? Cut her fordert Batman die Bösewichter bei einem Test für Batgirl auf - Verletzt sie (... mit dem Messer). Aber die Story und die Bilder sind so gut - Zähne zusammen beißen und durch.