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Nathan Archer / Jeffrey Moy
Erschienen
Star Trek #1
07/2000
Dino Verlag, Stuttgart
60 Seiten / DM 6,90
Die Geschichte der Comic-Adaptionen der Kult-Serien Star Trek, Star Trek: The Next Generation, Deep Space Nine und Voyager ist lang aber selten voll des Ruhmes. Das erste Treffen mit sprech-blasenden Enterprisebesatzungen fand in dem zur Geschichte gewordenen Zack-Magazin statt. Meistens leiden diese Umsetzungen an den betont authentischen Zeichnungen der Gesichter. Die aus Szenen der Filme nachgezeichneten Minen harmonieren seltenst mit der Comicgeschichte.

Die in der Zack und später vom Condor herausgegebenen Geschichten stilisierten die Gesichter und funktionierten deswegen ganz gut. Die beiden letzten Versuche dieser Art brachte der Malibu-Verlag mit passabler Qualität und nun das mittlerweile zum DC-Konzern gehörende Wildstorm-Label des Image-Gründers Jim Lee hervor.

Image - oder Lee - standen von Anfang an für hervorragende Qualität besonders der Bilder ihrer Comics. Diesem Anspruch verpflichtet, engagierte man den durch seine Zeichnungen bei "Legionaires" bekannten Jeffrey Moy für die Voyager-Serie. Moys Bilder haben einen leicht kindlichen Charme. Emotionen von verwirrt über naiv bis entschlossen liegen ihm. Böse Gesichter kriegt er scheinbar nicht hin. Alle Personen sind einwandfrei zu erkennen (es gab einige Serien, in denen erst am Text klar wurde, ob Kirk oder ein anderer sprach), nur Seven of Nine zeigt oft ein unglaubwürdiges Minenspiel.

Im Comic kann man endlich den Außerirdischen ein Aussehen verleihen, dem man nicht sofort den Menschen hinter der Maske ansieht. Dieses Heft geht einen kleinen Schritt in jene Richtung. Da haben dann die Fremden ein Loch im Kopf, das bei Schauspielern zu ernsthaften Essstörungen führen würde - doch bleibt ihr Aussehen im Ganzen serientypisch.

Riesenmanko der bisherigen "Star Trek"-Comics waren die fremden Raumschiffe. Warum kriegen die Zeichner nie gescheite Raumschiffe hin? Hier erinnert das UFO an den Turm der Legion der Superhelden (Moys Serie bei DC). Ansonsten ist dieses Heft nett anzuschauen und eines der besseren Trek-Comics.

Die Geschichte bleibt dem Vorbild treu. Janeway kann es sich nicht verkneifen, eine Anomalie zu untersuchen, Seven empfängt Borg-Signale, Belana hat Probleme im Maschinenraum - das Übliche halt. Irgendwann hängt die Voyager in einem Traktorstrahl (kriegt der Erfinder dieser Technologie eigentlich Tantiemen? Das müsste dann ein steinreicher Mensch sein.). Seven assimiliert ein zum Teil aus Borg-Komponenten bestehendes Schiff und kriegt dabei ziemliche Probleme. Zum Schluss wird alles gut und das ohne dass ein Computer tot geredet wurde. Nur die Fremden stehen einer düsteren Zukunft gegenüber.

Ein achtseitiger Magazinteil komplettiert das Heft, das es auch in einer Prestige-Ausgabe mit geprägtem "Seven of Nine"-Cover gibt. Die Entscheidung bei Dino, das Programm weg von den etablierten Superhelden hin zu neuen Ufern zu verlegen, ist riskant, bringt aber dem deutschen Markt einige interessante neue Serien, von denen Star Trek eine ist. Bedenkt man den Rückgang des Interesses an Star Trek und den Comics im Allgemeinen, darf man gespannt in die Zukunft dieser Serie blicken.

Das nächste Heft bringt eine Story mit der Original-Enterprise. Die Zeichnungen, die in Erlangen bereits zu sehen waren, sahen richtig toll aus.

Ein paar Hefte der limitierten Ausgabe mit silbernen Enterprise-Logo auf schwarzem Karton verschenken wir bei der Jumm2000 am 22. Juli in Karlsruhe!! Danke an die mächtigen Dinos aus Stuttgart.