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Erschienen
X-Men Special 5 - Onslaught, das Finale
01/99
Panini Verlags GmbH, Nettetal
96 Seiten / DM 9,95
Onslaught hat diesen Monat sein Ende gefunden. In den Heften "X-Men 23","Wolverine 17" und "X-Men Special 5" erleben wir das Ende einesCross-Overs, das das Marvel Universum wie kein anderes zuvor verändern wird.

Zuerst tritt das nette Beast zeinem Zwillingsbruder aus der Welt der Apokalypse gewaltig in den Hintern und beendet damit das Verwirrspiel um den Held im Blauen Pelz. Wolverine bekommt von Stick, dem Lehrmeister Elektras, ein harte Lektion in Sachen Menschlichkeit. In den weiteren Storys der Hefte "X-Men 23" und "Wolverine 17" wird das Vorspiel zum Finale der Onslaught-Saga beendet. Das "X-Men Special 5" trägt dann auch den Untertitel: "Onslaught: Das Ende der großen Helden!".

Mit viel Pathos finden die vereinigten Helden der Fantastischen Vier, der Rächer und der X-Men einen Weg, Onslaught zu schwächen. Da die Gene der Mutanten Onslaughts Macht nur verstärken, müssen die alten Helden den direkten Angriff vornehmen. Die schon seit geraumer Zeit angekündigte "Wiedergeburt der Helden" dürfte ein klares Zeichen über den Ausgang des Abenteuers geben.

Für Fans des Marvel-Universums ist dieses Heft natürlich ein Muß, und kostet auch - anders als die beiden bisherigen Onslaught Hefte dieses Monats - fast zehn Mark. Dafür bekommt man aber auch 96 Seiten Marvel pur, und das von seiner besten Seite. Jede Menge Helden und Bösewichte als die Fantastischen Vier mit Hilfe der Inhumans die von Onslaught projizierten Schurken aus der Geschichte des Superhelden-Teams bekämpfen. Hier nur einige: Kang, Super-Skull, Doktor Doom, Mole-Man und und und. Fast ein Who-is-Who der Fantastischen Vier. Dann die "Götterdämmerung" bis zum "Ende der Helden".

Ein Jahr lang werden nun die vier kommenden Serien "Die Rächer", "Iron Man", "Die Fantastischen Vier" und "Captain Amerika" wie Comics aus dem Image Verlage aussehen, aber mit guten Geschichten. Wir werden erleben, wie unsere Helden zu Helden wurden. Wie sie und wir ihre Kräfte und ihre Verantwortung erkennen werden. Viele alte und schon fast vergessene Gegner werden ihnen wieder das Leben schwer machen. Das schlimmste für den Leser wird der Rückblick auf seine alten geliebten Hefte werden. Besonders die zum Teil üblen Spinne-Hefte werden ob der hohen Qualität der neuen Hefte fast unerträglich anmuten. Daß man das auch in Amerika so sieht, beweist der auch stilistische Neuanfang des beliebten Wandkletterers.

Wirklich bedenklich sind die Schlußäußerungen im Artikel "Die Wiedergeburt der Helden". Hier wird im Absatz "Captain Amerika" folgendes Resümee geschlossen: "Es kümmert ihn wenig, wenn jemand über seine Uniform lacht. Denn Captain Amerika ist ein Soldat , ein Held, der das Böse bekämpft ..." In einem Aufsatz mit Bezügen zur Realität und dem Anschein der Seriosität muß man mehr Objektivität erwarten. Natürlich geht es primär um die Vergrößerung der Akzeptanz eines Produktes, dessen Hauptmerkmal die amerikanische Flagge ist. Wenn dort aber solch erwiesenermaßen unwahre Behauptungen als Tatsache dargestellt werden, muß Kritik geäußert werden.
Es ist wahr, daß Soldaten kämpfen, ob gegen das Böse oder für das Gute ist oft vom Blickwinkel des Betrachters abhängig. Die eigentlichen Helden, Kämpfer gegen das Böse, heißen nicht Captain Amerika. Sie heißen beispielsweise Sophie Scholl, Mahadma Gandhi oder Matin Luther King. Sie tragen keine Uniformen und kämpfen mit Einsichten, Worten und durch ihr Vorbild. Sie müssen das Risiko des wirklichen Todes ohne Wiedergeburt als Held in Kauf nehmen. Sie erleben einen kurzen Augenblick im Rampenlicht der Presse, wenn sie unter den Ketten der chinesischen Panzer zum Schweigen gebracht werden. Ihnen muß Respekt gezollt werden, wenden wir unseren Blick fort von der bunten und berechtigten Unterhaltung hin zur R