2017
 
 
 

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Erschienen
Fashion in Film: Women (Postcard book)
10/98
Prestel Verlag, München
44 Seiten, 18 heraustrennbare Postkarten / DM 14,80
Wer erinnert sich nicht der atemberaubend schönen Greta Garbo in ihrer legendären Titelrolle in "Mata Hari" aus dem Jahre 1931, oder der lasziven, zumeist auf das amerikanische Sexsymbol reduzierten Norma Jean Baker alias Marilyn Monroe, die in Streifen wie "Manche mögens heiß" oder "Blondinen bevorzugt" die Männer reihenweise nicht nur um den Finger wickelte, sondern ganze Heerscharen des "starken Geschlechts" jenseits der Kinoleinwand in verzückung versetzte?

All die großen Stars, die Mea Wests und die Ingrid Bergmans, die Marlene Dietrichs und die Elizabeth Taylors wurden schon tausendfach in Bildbänden und Starschnitten verheizt, sie zierten Cover und Werbeplakate, ihre Schönheit und ihre besondere Ausstrahlung fesselte von Printmedien aller Arten.

Aber - wie das bei jedem nett aufgemachten Geschenk der Fall ist - auch die Verpackung trug zum großartigen Erfolg der genannten Damen bei: Was bis Mitte der 50er noch ausschließlich den Kostümbildnern der großen Filmgesellscchaften vorbehalten war, ist nicht nur Teil des Images der Schönheiten geworden, sondern auch Teil ihres Ruhms - die Garderobe.

Mit einem kleinen Bändchen, das 18 herausnehmbare Postkarten der glamourösen Hüpschen enthält, möchte der Prestel Verlag den Blick des Publikums eben auf diese Äußerlichkeit lenken. Es sind einmal nicht Gesichter und Figuren, sondern Stoffe, Schnitte und Designs, die an den Grazien von Interesse sind. Die männlichen Anzüge der Dietrich, die mit heutigem Blick fast schon obskuren Kreationen an der Russell oder die schrillen Kostüme der Webb - Kleider machen Leute und der Münchner Verlag machte eben für diese Kleider ein eigenes kleines Anschaubüchlein.

Schade ist dabei, daß der Blick des Betrachters trotz aller Anstrengung der Macher immer wieder den Reizen der Damen auf den Leim geht. Aber wahrscheinlich kann es gar nicht anders sein, denn ebenso, wie der Spruch von den Kleidern, die Leute machen, gilt, genauso gilt auch dessen Umkehrsatz: All die mit viel Chick und Rafinesse geschneiderten Kleider wirken nur an einer Frau, die die entsprechende Ausstrahlung mit sich bringt.