2017
 
 
 

Rezensionen

Editorial
Gästebuch
Archiv
Links
Kontakt

Suchmaschine

 
Weitere Artikel nach
Autor
Weitere Artikel nach
Titel

 

 

Drucken | Kommentar erstellen

_____________________________

Avi
Erschienen
Jenseits des großen Meeres 1: Der blinde Passagier
10/99
Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH, Ravensburg
348 Seiten / DM 29,80
Laurence ist es gelungen, sich als blinder Passagier auf dem Schiff zu verstecken, auf dem auch Laura und Patrick nach Amerika reisen. Für keinen der Beteiligten wird die Überfahrt ein Vergnügen, nicht zuletzt da auf den blinden Passagier erbittert Jagd gemacht wird.
Mr. Clemspool hat zu allem Überfluss ebenfalls beschlossen, das Land auf diese Weise zu verlassen.
So kommen fast alle Beteiligten gleichzeitig in der neuen Welt an.
Maura und Patrick erfahren hier vom Tod ihres Vaters.
Mit der Unterstützung seines Freundes Nathaniel machen sie sich auf die Suche nach Arbeit und Unterkunft.
Bei ihnen ist die junge Waise Bridy, die auf der Überfahrt ihre ganze Familie verloren hat.
Gemeinsam müssen sie gegen die Anfeindungen kämpfen, die die irischen Neuankömmlinge hier erwartet. Laurence dagegen macht sich mit Mr. Drabble und einem neuen Freund auf die Suche nach seinem gestohlenen Geld.
Mr. Clemspool wiederum sucht Laurence, da Laurences Bruder Albert unerwartet aufgetaucht ist. Laurence will aber nicht gefunden werden.
Und alle suchen einen Schlüssel.
Immer wieder taucht der fanatische Mr. Jenkins auf und stiftet Unheil.
Zum Schluss treffen alle aufeinander und das Geschehen nimmt seinen Lauf...

Wer auch immer Avi sein mag, er versteht es, eine spannende und vielschichtige Geschichte zu schreiben, der nicht die Luft ausgeht. Unterhaltung und Spannung stehen im Vordergrund und halten den Leser ganz im Bann der Ereignisse, aber dennoch klingen auch sozialkritische Töne an. Die Vertreibung der irischen Bevölkerung, die Kluft zwischen arm und reich in der damaligen Londoner Gesellschaft, der Hass auf Neuankömmlinge unter den "echten" Amerikanern, der Kampf ums Überleben, der immer spürbar bleibt.
Hier wird nicht verteufelt oder vorschnell verurteilt, dennoch erhält jeder das, was er verdient. Niemandem wird ein Neuanfang verweigert, wenn er seine Chance nutzt und ehrbar Absichten verfolgt.
Trotzdem: Nicht jeder schafft es, der Tod fordert auch hier seine Opfer.

Es riecht verdächtig nach einer weiteren Fortsetzung. Zwar gab es zum Schluss des Buches einen großen Handlungsknoten, wo all die verschiedenen Erzählstränge auf einmal zusammenliefen, doch streben die einzelnen Fäden schon wieder auseinander - und vieles bleibt ungeklärt.

Wir dürfen also hoffen, dass wir bald noch mehr über die Abenteur der sympathischen Einwanderer jenseits des großen Meeres erfahren werden.