2017
 
 
 

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Janjetov / Jodorowsky
Erschienen
John Difool vor dem Incal #8: Privatdetektiv Klasse R
10/2000
Feest Comic Verlag, Berlin
48 Seiten / DM 19,80
Weiter geht es mit der Neuauflage des Klassikers John Difool bei Feest. Band acht heißt "Privatdetektiv Klasse R" und ist richtig gut.

Merkte man dem Vorgänger "Wie alles begann" noch das experimentieren der beiden Macher an, ist Band acht der Reihe eine durchdachte Krimi-Story geworden. Der Looser John Difool wird von seinen "Freunden" bei einem Raub echt verarscht. Fast wäre unser Hald also in den Armen der Polizei gelandet, nur die Intervention des robotischen Freundes Johns hat er es zu verdanken, nun keine Freunde mehr zu haben und nun als Dank bei der Polizei als Detektiv-Anwärter der Klasse R geführt zu werden. Seine erste Auftraggeberin erscheint als hässliche Aristokratin und will sich einen lustigen Tag im Elendsviertel machen. Auch der letzte Wunsch dieser Person scheint mehr Arbeit als Vergnügen zu sein: Einen Kuss möchte die reiche Dame. Als sich aber ihre Holomaske auflöst, verliebt sich John in die hübsche Frau. Aber John hieße nicht Difool, wenn da alles mit rechten Dingen zu ging.

Die Dame empfiehlt John der Polizei, und so hat er prompt eine neue Aufgabe: Um als Privatdetektiv anerkannt zu werden, muss er einen Fall unter Aufsicht lösen. Als Kind einer Prostituierten hat er sich immer geragt, warum er sieben Jahre in einer Besenkammer leben musste. Damit rührt er aber an einem Tabu, denn haben die anderen Prostituierten keine Kinder.

So entspannt sich eine gesellschafts-erschütternde Story, in deren Verlauf jede Menge Unschuldiger ihr Leben lassen müssen. Leider wird das Geheimnis nicht in diesem Band gelöst. Auf der letzten Seite sehen wir den bis an die Zähne bewaffneten John, der gerade eine Liebesnachricht von der schönen aber undurchsichtigen Auftraggeberin bekommt.

Auch zeichnerisch ist dieser Band ruhiger und gleichmäßiger als sein Vorgänger. Die Bildersprache ist einheitlicher und auf die vielen Gags wurde verzichtet. Das tut der Geschichte richtig gut, an deren grundsätzlicher grafischer Erscheinung sonst nichts geändert hat.


Beckmesser spricht:
Haben Sie sich mal das Titelbild dieses Bandes angeschaut? Dieser Band müsste "Das Geheimnis des verlorenen Ts" heißen. Nun sind wir ja auch keine Waisenknaben in puncto Schreibfehler - also Schwamm drüber (trotzdem bemerkenswert).