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Reinhard Witt
Erschienen
Tierspuren - Beobachtungen durch das Jahr
01/99
Orbis Verlag, München
112 Seiten, ca. 150 Farbabbildungen / DM 16,95
Spaziergänge und Wanderungen sollen laut Pressetext des Orbis-Verlags mit "Tierspuren" "für die ganze Familie zu einem lehrreichen und spannenden Erlebnis" werden. Nun, vielleicht ist man damit ein klein wenig zu weit gegangen. Nicht aber mit der Fortführung, daß "die Spuren, die im Garten, im Wald und auf der Wiese, auf Blättern und Zweigen von kleinen und großen Tieren hinterlassen werden", manches über den Gang der Natur, über die Lebensweise der Tiere und den Zustand des Makrosystems "Umwelt" aussagen.

In der Bescheidenheit eines bedächtigen Mannes legt Witt seine "Tierspuren" selbst auch nicht als das Standardwerk der Naturbeobachtung aus: "Grundwissen, Projekte für jeden Monat, zahlreiche Tips" - eine bessere Inhaltsangabe kann kaum gegeben werden.

In seinem Bändchen geht Witt zunächst einmal darauf ein, was unter einer Spur zu verstehen ist, nämlich neben Abdrücken (Fährten) eben auch Nestbauten, Fraßspuren, Gewölle und Losungen (Kot). Auch eine kleine Anleitung, wie man den Dingen "auf die richtige Spur kommt", gibt der Autor. Dabei berücksichtigt er sowohl das "spontane Sammeln", das wohl die meisten Anwender seines Bändchens betreiben werden, als auch die etwas professionellere Variante mit Archiv, Spurenkartei und entsprechend umfangreicherer Ausrüstung.

Eine besondere Erwähnung sollten die Tips finden, die dem Spurensucher auf fast jeder Seite begegnen: Sie geben wertvolle Hilfen beim Umgang mit dem Untersuchungsobjekt, erläutern Projekte, mahnen aber auch immer wieder zur Vorsicht, denn - auch das eine bemerkenswerte Eigenart Reinhard Witts - "Naturschutz geht vor!" Auf diese Art und Weise wird der Leser gleichzeitig zu einem besseren Wissen, aber auch zu einem besseren Verständnis für die Natur geführt - zwei grundlegende Bedingungen für die Liebe zur Umwelt und die Bereitschaft, für deren Schutz einzustehen.

Ein Wort noch zu den vorgeschlagenen Projekten: Für jeden Monat gibt "Tierspuren" eine jahreszeitenabhängige Idee, was beobachtet werden könnte, mit umfassenderer Beschreibung und Erklärung weiter: Der Fuchs könnte Objekt der Spurensucher-Begierde im Februar sein, im Frühjahr wird eine "Spurenfalle" gebaut, im Sommer Niströhren beobachtet und im Herbst die Fraßspuren an Früchten. Hinzu kommt in jedem Monat eine "Tierspur des Monats".

Man darf alles in allem sagen, daß Reinhard Witt mit dem unglaublich reich bebilderten Werk etwas gelungen ist, das für viele eine "Initialzündung" sein kann: Mit neuem Spaß an der Entdeckung der Natur den Wundern dieser Welt auf die Spur zu komm