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Giardino
Erschienen
Max Friedman - No Pasaran!
10/2000
Salleck Publications
64 Seiten / DM 29,80
Max Friedmann, der „Held“ dieser Geschichte, erhält Besuch von einer alten Freundin. Sie bittet Friedman, ihren Mann im vom Bürgerkrieg geschüttelten Spanien zu suchen. Nach einigen Bedenken und der Erinnerung daran, das dieser Mann schon einmal der Lebensretter von Max war, begibt sich der Protagonist nach Spanien. Dort schließt er sich einer Gruppe junger Journalisten an. Friedmans viele Kontakte in Spanien bringen ihm nicht nur Vorteile. Im Laufe der Geschichte gerät er in Lebensgefahr, in ein Verhör bei der Polizei und findet die Hilfe eines alten Freundes.



Obwohl der Bürgerkrieg in Spanien eher als Hintergrund für eine spannende Geschichte herhalten muss, widmet Giardino dem Thema Krieg nicht nur im Vorwort einige Zeit. Wer nun ein links-verklärtes Bild vom tapferen Einsatz aufrechter Antifaschisten erwartet, wird erfreulicherweise enttäuscht. Gleich zu Beginn wird in einer kleinen Episode die Unmenschlichkeit der „anderen Seite“ gezeigt. Aber wo Manfred Sommer in seinem „Frank Cappa“ Bomben und Tränendrüsen für einen Effekt missbraucht, werden die Schrecken des Krieges hier unterschwellig geschildert. Keine Leichen in den Straßen oder verstümmelte Soldaten in Ruinen. Giardino zeigt ein anderes Bild des Krieges. Die Hilflosigkeit des einzelnen gegenüber dem Apparat ist eher sein Thema. Nur als Friedmann seinem alten Vorgesetzten ein Fernglas schenken will und feststellen muss, das der weder Haut noch Augen im Gesicht hat, wird die Geschichte sentimental.



Giardinos Strich erinnert oft an Manara, wenn auch lange nicht so meisterlich im Detail. Große Flächen bestimmen das Bild, ganz im Stil der „Linie Claire“. Eine stimmige und zurückhaltende Farbgebung unterstützt die leise Erzählweise, die auch im zeichnerischen auf Effekthascherei verzichtet. Die Aussagekraft seiner Gesichter ist voller Variationen.


Der Zeichner scheint für viele Bilder Photos als Vorlage benutzt zu haben, besonders die Architektur wirk „echt“.



Max Friedmann ist ein wunderbarer Comic, wenn man sich die Zeit für 64 Seiten ohne derbe Action nimmt.