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Gisela Floto/Viktor Vogler
Erschienen
Das Babysitterbuch
11/1998
Ravensburger Ratgeber, Berlin
97 Seiten
Der Umgang mit Kindern ist schwer - in einer Gesellschaft, in der für alles mögliche eine Lizenz erworben werden muss, wo vom Autofahren bis zum Ausschenken von Bier ein jeweils eigener Befähigungsnachweis erforderlich ist, verwundert es etwas, dass allein für die Zeugung und Erziehung von Kindern keine staatliche Prüfung etabliert wurde.

Umso größer ist die Angst, sind die Vorbehalte, das Wohl der "Kleinen" in fremde Hände zu geben.

Trotzdem: Die nächste Party kommt bestimmt, der unaufschiebbare Besuch im Krankenhaus, die geliebte Oper oder der Kurztrip zum Skilaufen. Dann muss jemand her, der sich verlässlich und liebevoll um den Nachwuchs kümmert: Der Babysitter.

In ihrem kleinen Bändchen geben Floto und Vogler den Eltern Tipps, wie sie bei der Auswahl eines geeigneten "Wächters" vorgehen können. Dabei räumen die beiden Autoren - was durchaus nicht immer üblich ist - sowohl jungen Frauen, als auch Männern eine grundsätzliche Eignung ein. Der optimale Fall - in der Pädagogik eben nicht unumstritten - ist nach beider Ansicht aber eine ältere Dame. Über die Suche per Annonce, die erste Kontaktaufnahme und grundsätzliche Fragen, die an den Kandidaten gestellt werden sollten, geht das Autorenpaar allerdings weit hinaus. Gleich zum Einstieg setzen sie auch Regularien fest, die für einen reibungslosen Ablauf unbedingt nötig sind: Wer hat wärend der Abwesenheit der Eltern das Sagen, wie können Zeiten, in denen die neuesten Vorkommnisse besprochen werden ("Übergabe"), geplant werden, wie sollte die Einweisung des neuen "guten Geists" in die Wohnung ablaufen.

Weitaus wichtiger als für Eltern ist das "Babysitterbuch" aber für den künftigen Kinderhüter selbst: Sowohl die Frage, wie man an eine entsprechenden Job herankommen kann, als auch die Erläuterung, wie wichtig Zuverlässigkeit und das Einhalten gewisser Tabubereiche ist, werden behandelt.

Vom Grundsätzlichen steigen die beiden Berater schließlich auch ins Speziellere ein: Grundlagen der Babypflege werden ebenso vermittelt, wie das Essen mit kleinen Kindern, die Toilette in beiderlei Hinsicht, das Einhalten und Tricks für die Schlafenszeit. Weiter zeigt das "Babysitterbuch Beschäftigungsmöglichkeiten mit Kindern auf, weist in allgemeine Sicherheitsvorkehrungen ein und gibt sogar Tipps für den "Ernstfall" wenn "Erste Hilfe" geleistet werden muss. Eine Checkliste, in die Eltern alle nötigen Angaben eintragen können, runden das "Werk" ab.

Was leider fehlt, sind allgemeine Erziehungshinweise. Diese sind in unseren Augen umso wichtiger, als die Erziehungsleistung der Eltern insgesamt im Abnehmen begriffen scheint. Verstärkerpläne, Klotraining und Agressionsdeeskalation sollten ebenso zum Handwerkszeug des Babysitters gehören, wie ein Gespür und eine Acht für körperliche Defizite und Rückzugstendenzen.