2017
 
 
 

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Joann Sfar / Lewis Trondheim
Erschienen
Donjon #1: Das Herz einer Ente
11/1999
Carlsen Verlag GmbH, Hamburg
48 Seiten / DM 19,90
Finstere Monster, dunkle Höhlenstädte, Magie, Intrigen, Mord und Todschlag - Fast hört man Conan den Barbaren, wie er mit seinem Zweihänder einen Gegner spaltet. Doch durch die wallenden Nebel schreitet nicht das österreichische Muskelpaket sondern - eine Ente.

Der bisherige Held aller Sword&Scorcery-Veralberungen "Cerebus" hat Konkurrenz bekommen. Der neue Stern am Himmel des Witzes im "Herr-der-Ringe"-Millieu heißt Herbert und ist Bürzelträger. Dabei hat "Das Herz einer Ente" alles, was eine ordentliche Fantasy-Story braucht (siehe oben), aber das ist noch lange nicht alles. Das grimmige Monster schützt sich mit einem Fliegenpilz-Schirm vor dem Regen, Herbert wird von einem Fluch verschont, weil er Vegetarier ist und der Herscher von Donjon gibt ein Festessen anläßlich der Rettung des Reiches - aber nur für zwei, da er extrem geizig ist.

Donjon ist ein unterirdisches Reich, dessen Herrscher über unermessliche Reichtümer verfügt. Das zieht immer wieder Abenteurer an, die meist ein unfreiwilliges Ableben erleben müssen. Da tauchen die Botschafter einer fremden Macht auf und fordern die bedingungslose Unterwerfung Donjons. Nach dem unfreiwilligen Abgang der Fremden macht sich der Herrscher Donjons Sorgen; er braucht einen Helden, der die Fremden ein für alle Mal auslöscht. Dummerweise verstirbt der Auserwählte. Schuld daran ist Herbert. Er sollte den Barbaren eigentlich zum Herrscher bringen, lenkte den Kämpfer aber leider ab und verursachte so das Ableben des Muskelprotzes. Um mit seinen Vorgesetzten keinen Ärger zu bekommen, schlüpft die magere Ente in die Rüstung des kopflosen Verteidigers Donjons.

Wie er letztendlich trotz seiner Tollpatschigkeit seinen Auftrag erfüllt, erzählen die 48 Seiten dieses Bandes, der auch Herrn Hases Abenteuer im Fatasy Genre hätten sein können. Denn für die grafische Gestaltung ist der mittlerweile gut bekannte Lewis Trondheim verantwortlich, dessen Bände ja vor allem durch ein seltsames Verständnis von Humor bekannt sind.

Es ist erstaunlich, was ein gute Einfärbung selbst aus den gewollt krakeligen, aber immer der "Ligne Claire" treuen, Bildern des Psydonymträgers machen kann. Stellenweise wirken die Seiten durchdacht, was bei Trondheim wie ein kleiner Schock wirkt. Aber Scherz beiseite, diese Abteilung übernimmt die Geschichte selbst, "Donjon" stimmt. Die etwas eigenartigen Bilder haben eine eigene Qualität, gleiches gilt für die die ebenfalls eigenartige Geschichte. Der Witz ist nicht ganz so abgedreht wie bei den "Herrn-Haases ..."-Storys, schlägt aber in die selbe Kerbe.


Trondheim-Fans werden nicht enttäuscht sein.