2017
 
 
 

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Marten Veit
Erschienen
Ren Dhark - Hexenkessel Erde
11/99
Hansjoachim Bernt Verlag, Neuwied
190 Seiten / DM 19,8
Der neue Sonderband der Ren-Dhark-Serie führt den Leser zurück auf die Erde in die Tage der Giants Invasion. Die Auswirkungen sind ja im "aktuellen" Roman-Verlauf noch zu spüren, immerhin kollaborieren die Robonen genannten menschlichen Sklaven der Giants mit den "Schwarzen Weißen" - neben den Schattenschiffen die neue Gefahr für die Erde.

In "Hexenkessel Erde" wird die Invasion detailliert geschildert. Vom ersten Auftauchen der Schiffe bis zur Übernahme der Macht und der Verschleppung der Menschheit durch die Invasoren.

Kyle Larkin ist eine der Hauptpersonen des Romans. Er ist Shuttle-Kommandant und befindet sich zur Zeit der Invasion im erdnahen Orbit. Nebenbei ist er auch noch Geheimagent und so bekommt er alle Stufen des Wiederstandes der Erde mit. Doch alle Bemühungen erweisen sich wegen der erdrückenden Überlegenheit der Angreifer als nutzlos. Kyles einzige Aufgabe bleibt es, letztes "Auge" im All zu bleiben. Mittels geraffter und seltener Funksprüche aus einem energetisch toten Shuttle teilt er seine spärlichen Beobachtungen den wenigen verbliebenen Stellen seiner Geheimorganisation auf der Erde mit.

Nachdem die Raumflotte der Erde und die planetaren Abwehrforts vernichtet sind, beginnen die Invasoren damit, mittels Strahlen die Menschen zu versklaven. Nur einige sind gegen diese Manipulation immun. Diese wenigen müssen erleben, wie der Rest der Menschheit wie willenloses Vieh am Leben erhalten und letztlich in die Raumschiffe der Giants verfrachtet wird.
Von einer unterirdischen Basis aus versuchen einige den Widerstand zu organisieren. Das ist nicht nur wegen der psychischen Anspannung der "Freien" ziemlich schwierig. Harte Entscheidungen werden getroffen, die zu weiteren Spannungen unter den Verzweifelten führen. Das Buch endet mit einem viel zu langen Graffiti an einer Wand und zwei "Freien", die ausziehen, eine Welt zu retten. Ein Vergleich mit "Independence Day" liegt nahe. Doch der Hollywood-Schinken mit seinen unsäglich vielen Fehlern und Freundlichkeiten gegenüber dem amerikanischen Geld-Adel verliert diesen Vergleich deutlich. Besonders das Szenario im Raum-Shuttle ist eindringlich gelungen. Die Ohnmacht der Besatzung ist fast spürbar. Auch mit der Figur der multiplen Persönlichkeit Xiao beweist der Autor mehr Witz als Emmerich.

Die Charaktere sind - obwohl heroisch überhöht - noch menschlich und lassen glücklicherweise die klinische Sterilität der Film-Kollegen vermissen. Außerdem ist dieser Roman konsequenter. Nach einem Angriff auf die unterirdische Basis bleibt nur noch ein tiefer Krater übrig - keine Überlebenden in Tunnel-Nischen oder Palmen mit allen Blättern neben dem Erdboden gleichgemachten Hochhäusern.

Spannend erzählte Weltuntergangs-Geschichte im Ren-Dhark-Universum. Wenn die Weiterführung der Ren-Dhark-Buchserie dieses Niveau hält, darf man mit Freude auf die neuen Abenteuer Ren Dharks und seiner Mitstreiter warten.