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Deutsches Institut für medizinische Dokumentation und Information DIMDI (Hg.)
Erschienen
ICD-10
Regelwerk, Systematisches Verzeichnis, Alphabetisches Verzeichnis, Diagnosenthesaurus
10/2001
Verlag Hans Huber AG, Bern
Bd. 1: 1085 Seiten / DM 39,80
Bd. 2+3: 1386 Seiten / DM 58.-
Diagnosenthesaurus: 812 Seiten / DM 39,80
Seit dem vergangenen Jahr wird in allen Kliniken der Bundesrepublik und bei allen Vertragsärzten der ICD-10 zur Verschlüsselung von Diagnosen und Todesursachen benutzt. Die "Internationale Klassifikation der Krankheiten und verwandten Gesundheitsprobleme" ist damit ein unerlässlicher ständiger Begleiter unserer Weißkittel geworden.

Die in drei dicken Wälzern zusammengetragene Sammlung zum ICD-10 aus dem Hans Huber Verlag ist ein umfassendes und vor allem kostengünstiges Gesamtpaket zur "International statistical classification of deseases and related health problems": Im Regelwerk finden sich die maßgeblichen Richtlinien für die Dokumentation und Verschlüsselung von Krankheitsdaten wie sie nach dem Sozialgesetzbuch vorgeschrieben sind. In zahlreichen Beispielen wird die Technik der Verschlüsselung erläutert und anschaulich gemacht. Auch ein historischer Überblick über die geschichtliche Entwicklung der verschiedenen Versuche zur Einteilung von Krankheiten seit den ersten Gehversuchen im 18. Jahrhundert findet sich in knapper aber umfassender Form. Organisatorisch zwei Bände, tatsächlich aber in einer Ausgabe vereint ist das Alphabetische Verzeichnis, das zum Einen als Synonymkartei dienen kann, zum Anderen aber das Register für das Systematische Verzeichnis darstellt.

Das Systematische Verzeichnis - eigentlich der erste Band - enthält nur diejenigen Diagnosen, die in Deutschlands Praxen und Kliniken benutzt werden sollen. Damit ist eine gegenüber der WHO-Gesamtausgabe geraffte und handlichere Variation entstanden, die allerdings, das muss angemerkt werden, bei der Arbeit mit ausländischen Unterlagen bisweilen Probleme bereiten kann, weil dort eben doch teilweise die gesamten WHO-Schemata benutzt werden.
Neben einigen Diagnosen, die im deutschen Gesundheitssystem nicht benutzt werden sollen, sind es vor allem die Kapitel "Äußere Ursachen von Morbidität und Mortalität" und "Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen", die passagenweise arg gekürzt wurden. Das stellt für den täglichen Umgang in der praktischen Anwendung kein Problem dar, für die Forschung und die Auswertung fremdländischer Unterlagen ergeben sich aber wie bereits beschrieben verschiedene Einschränkungen.

Der Diagnosethesaurus schließlich beinhaltet fast 60.000 Stichwörter und ist so der eigentliche Registerband zum ICD-10. Besondere Eigenschaft der Huber-Ausgabe: Als sogenannte "Dreiländerausgabe" berücksichtigt man hier als einziger deutschsprachiger Verlag die Unterschiedlichen Verschlüsselungsvarianten in der Schweiz, in Österreich und der Bundesrepublik.

Bleibt abschließend noch die Frage, an wen sich diese Ausgaben richten könnte. Grundsätzlich sind hier natürlich vorrangig Ärzte und sonstige Mitarbeiter im Gesundheitswesen zu nennen, die im täglichen Umgang mit den Klassifikations-Richtlinien eine bemerkenswerte Hilfe an die Hand bekommen.

Für den Laien entzieht sich die Handhabung zunächst weitgehend. Wer allerdings wissen will, was sich wirklich hinter der geheimnisvollen Nummer auf der Krankmeldung verbirgt, der sollte durchaus einmal einen Blick riskieren.