2017
 
 
 

Rezensionen

Editorial
Gästebuch
Archiv
Links
Kontakt

Suchmaschine

 
Weitere Artikel nach
Autor
Weitere Artikel nach
Titel

 

 

Drucken | Kommentar erstellen

_____________________________

Jarbinet
Erschienen
Die Asche der Katharer #1: Helena
02/1998
Arboris-Verlag, Zelhem (NL)
48 Seiten / DM 16,80
Katharer: Religiöse Armutsbewegung, die durch Wanderprediger verbreitet wurde. Die Katholische Kirche betrachtete die Katharer als Feinde, da diese die Widerspruch in der Bibel zwischen Neuem Testament und Altem Testament durch die Existenz zweier Götter, dem guten und dem bösen Gott, erklärten.Trotz der Verfolgung der Katharer durch die Kreuzzügler hielten sich kleinere Gruppen bis 1412 in Süd-Italien. Soweit das Lexikon.

Also ein Historien-Comic. Katholische Kirche und Geschichte ist immer eine unschöne Sache. Wer sich heute aufregt, daß der Papst etwas gegen die Pille hat, oder der deutschen katholischen Kirche die Schwangerenberatung verbietet, sollte sich lieber freuen, daß die "Heilige Katholische Kirche" nicht mehr mordend und plündernd durch heidnische Gefilde zieht. Es ist eigentlich unglaublich unglaublich, daß aus einer so verrotteten Institution wie dieser der karitative Seelsorgeapparat von heute geworden ist. Macht macht böse (kann sich einer noch an die Bilder erinnern, in denen unser Helmut auf einen Tomatenschmeißer einprügeln will? 160 Kilo pure Gewalt...).

In diesem Umfeld der Verfolgung durch die Kurie, Glauben und Aberglauben, spielt die Handlung dieses Bandes von Jarbinet. Natürlich gibt es Intrigen und Verrat, Liebe, Freundschaft, Feindschaft, Rache usw. Ein unterhaltender Cocktail der mit einigen heftigen Szenen menschlicher Abgründe wie Verbrennungen und Hinrichtungen fast schon ein wenig versalzen wirkt. Der aufrechte Held muß schon nach einigen Seiten sein Leben lassen, gibt aber dadurch der Namensgeberin dieses Albums den Lebenssinn: Rache.

Ein Wermutstropfen sind die Bilder. Jarbinet wird in der Kurzbeschreibung des Bandes als Hermann (Comanche, Jeremiah) Fan geoutet. Möglicherweise ist dies nur eine Entschuldigung für das Nachahmen dieses Stils. Leider erreicht der Zeichner nicht das Format seines Vorbildes. Schlimmer noch: Neben unstimmigen Perspektiven, vor allem bei den Gesichtern, wirken die Landschaften total platt.


Insgesamt Lesespaß mit blutigem Beigeschmack und einfach nur bösen Katholiken.